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Corona wohl nicht auf Tagesordnung bei Bund-Länder-Runde

12:10
04.06.2021
Bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten in der nächsten Woche soll das Vorgehen in der Corona-Krise voraussichtlich nicht auf der Tagesordnung stehen. Man könne nie sagen, ob etwas gar nicht zur Sprache komme, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. Es handele sich bei der Videokonferenz am Donnerstag aber um eine reguläre Besprechung in diesem Format. Als Themen, die auf der Tagesordnung stehen, nannte er unter anderem die weitere Umsetzung der Energiewende und Fragen der Digitalisierung.

Zur Corona-Krise hatten sich Merkel und die Ministerpräsidenten zuletzt mehrfach zum Thema Impfen zusammengeschaltet. Auf die Frage, ob es aus Sicht des Bundes weiteren Regelungsbedarf mit den Ländern beim Corona-Vorgehen gebe, sagte Seibert, man gehe nun in die reguläre Ministerpräsidentenkonferenz. «Alles weitere zeigt sich.»

(dpa)

Auch britische Behörde lässt Biontech-Impfstoff für Teenager zu

10:57
04.06.2021
Auch die britische Zulassungsbehörde hat den Biontech/Pfizer-Impfstoff für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Man habe die klinischen Studiendaten für diese Altersgruppe geprüft und komme zu dem Schluss, dass der Nutzen der Impfung die Risiken übersteige, teilte die Chefin der Behörde am Freitag in London mit. Nun muss die britische Impfkommission ihr Urteil darüber fällen, ob und wie die Kinder und Jugendlichen im Rahmen der nationalen Impfkampagne geimpft werden sollen.

Zuvor hatte bereits die europäische Zulassungsbehörde EMA grünes Licht für das Mittel in der Altersgruppe gegeben. Die Ständige Impfkommission (Stiko) in Deutschland hatte sich aufgrund der noch lückenhaften Studienlage allerdings bislang zurückgehalten, eine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche auszusprechen.

(dpa)

WHO: Deutschland und andere müssen Impfdosenspenden vorziehen

10:57
04.06.2021
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) appelliert an Deutschland und andere Länder, die versprochene Spende von Corona-Impfdosen für arme Länder vorzuziehen. Die Bundesregierung hat die Abgabe von 30 Millionen Dosen bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt. Nötig sei der Impfstoff in ärmeren Ländern aber in den nächsten drei Monaten, sagte Bruce Aylward am Freitag in Genf. Er ist WHO-Koordinator für das Programm ACT Accelerator, das Corona-Impfstoffe, Diagnostika und Tests fördert.

Weltweit seien bislang rund zwei Milliarden Impfstoffdosen eingesetzt worden, 75 Prozent davon in nur zehn Ländern. Der Impf-Arm des ACT Accelerators, Covax, habe bislang 80 Millionen Dosen ausgeliefert, überwiegend an Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen. Covax wollte eigentlich die Beschaffung der Impfdosen für alle Länder übernehmen und für eine gerechte Verteilung sorgen.

Die WHO kritisiert, dass reiche Länder separate Verträge mit Impfstoffherstellern machten und einen Großteil der Produktion aufgekauft hätten. Deshalb komme Covax nicht an genügend Impfstoff. Eigentlich hätten bis Ende Mai 200 Millionen Dosen mehr ausgeliefert werden sollen. Während reiche Länder gesunde jüngere Menschen impfen, wartet in ärmeren Ländern selbst das Pflegepersonal vielerorts noch auf den lebensrettenden Impfstoff. «Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel und sind nicht geschützt - das ist absurd», sagte Aylward.

Insgesamt haben überwiegend westliche Länder rund 150 Millionen Dosen Impfstoff als Spende versprochen, allerdings meist «bis Ende des Jahres». «Wir brauchen das doppelte, und wir brauchen es schneller», sagte Aylward. Es müssten möglichst 250 Millionen Menschen in den nächsten drei Monaten geimpft werden können. Die WHO argumentiert: je schneller die Weltbevölkerung geimpft werde, desto besser werde die Gefahr gebannt, dass sich neue Varianten entwickeln, vor denen die bisherigen Impfstoffe möglicherweise nicht schützen.

Covax verhandele mit China über den Kauf von Impfstoffdosen der Hersteller Sinopharm und Sinovac, sagte Aylward. China habe bislang kein Angebot gemacht, Impfdosen zu spenden.

(dpa)

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