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Mehrere Hundert «Querdenken»-Anhänger demonstrieren in Karlsruhe

13:29
03.06.2021
Mit einer Kundgebung in Karlsruhe haben Anhänger der «Querdenken»-Bewegung gegen aus ihrer Sicht überzogene Corona-Beschränkungen demonstriert. Die Polizei zählte bei der Veranstaltung mit dem Motto «Finger weg von unseren Kindern» am Donnerstag nach eigenen Angaben rund 800 Teilnehmer. Genehmigt waren bis zu 1500 Menschen. Zu den Rednern auf der Bühne zählte auch «Querdenken»-Gründer Michael Ballweg aus Stuttgart. Ein ursprünglich von den Veranstaltern geplanter Demo-Zug durfte nicht stattfinden.

Eine Gruppe von etwa 50 Gegendemonstranten habe versucht, die Kundgebung zu stören, sagte ein Polizeisprecher. Hier seien die Einsatzkräfte eingeschritten und hätten die Personalien aufgenommen. Insgesamt sprach die Polizei am Rande der «Querdenken»-Kundgebung von rund 250 Gegendemonstranten.

Nach Angaben des Ordnungsamtes waren zwei Gegendemos angemeldet sowie eine weitere Veranstaltung zur Corona-Thematik, die den Angaben zufolge aber keine Gegenveranstaltung zu den «Querdenkern» sein sollte.

(dpa/lsw)

Steinmeier: Europa braucht Signal des Aufbruchs nach Corona-Krise

13:09
03.06.2021
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu einer Weiterentwicklung der Europäischen Union nach der Überwindung der Corona-Pandemie aufgerufen. Europa, über das gern leichtfertig schlecht geredet werde, habe «nach einigen nationalen Reflexen» am Anfang der Krise ein «wirklich bemerkenswertes Maß an Zusammenhalt und Solidarität gezeigt», sagte er am Donnerstag in Berlin nach einem Gespräch mit Österreichs Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Steinmeier würdigte das 750-Milliarden-Aufbauprogramm der EU. «Das ist ein Signal des Zusammenhalts. Wir brauchen aber auch ein Signal des Aufbruchs in Europa für die Zukunft nach der Krise», betonte er. Dieses werde es nur geben, wenn stärker als in der Vergangenheit das Bewusstsein entstehe, dass Europa nicht nur die EU-Institutionen in Brüssel seien, sondern auch die 27 Mitgliedsstaaten und alle Bürgerinnen und Bürger. Die Veränderung der globalen Kräfte habe sich beschleunigt. «Und die Welt wartet eben nicht ohne weiteres auf Europa», sagte Steinmeier.

«Im ersten Schreck hat es schon diese nationalstaatlichen Einigelungen gegeben», sagte Van der Bellen im Rückblick auf den Beginn der Corona-Pandemie. Mit jedem Tag sei in den Mitgliedsstaaten aber die Erkenntnis gewachsen, dass dies eine Sackgasse sei. «Die EU hat sich letztlich bewährt.» Van der Bellen rief die Bürger mit Blick auf die laufende Konferenz über die Zukunft Europas dazu auf, nicht pauschal «die EU» zu kritisieren, sondern genau zu sagen, was ihnen missfalle.

(dpa)

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