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Land hebt ab Montag Priorisierung in den Impfzentren auf

16:30
02.06.2021
In den Impfzentren des Landes kann sich ab kommender Woche jeder gegen Corona impfen lassen. Baden-Württemberg hebt die bisherige Impfpriorisierung ab dem 7. Juni auch in den Impfzentren auf, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Mittwoch in Stuttgart bekanntgab.

Das Land folgt damit der Linie des Bundes, der zuvor die vollständige Aufhebung der Impfpriorisierung zum 7. Juni angekündigt hatte. In den Praxen ist dies bereits seit dem 17. Mai der Fall. Zugleich sollen ab kommender Woche auch die Betriebsärzte mit Corona-Impfungen beginnen. In Baden-Württemberg sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums bislang 76,8 Prozent aller Menschen über 60 Jahre mindestens einmal geimpft, 38,4 Prozent dieser Gruppe verfügen demnach über den vollen Impfschutz.

Da die meisten der älteren Mitbürger nun geimpft seien, können man die Priorisierung guten Gewissens aufheben, teilte Amtschef Uwe Lahl mit. So soll demnach auch sichergestellt werden, dass das Impftempo aufrecht erhalten werden kann.

Für Menschen mit einer Vorerkrankung oder einer Behinderung gebe es beim Hausarzt weiterhin ein niedrigschwelliges Angebot, hieß es. Es stehe aber nur begrenzt Impfstoff zu Verfügung, deshalb könnten die Praxen weiterhin nur wenige Erstimpfungen anbieten. Das Ende der Priorisierung bedeute nicht, dass jede und jeder direkt einen Termin buchen könne. Im Laufe des Sommers soll den Angaben zufolge jeder Erwachsene und jeder Jugendliche ab 12 Jahren, der das bzw. dessen Eltern das wollen, ein Impfangebot bekommen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte den Impfstoff von Biontech kürzlich auch für Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen.

Landesweit hatten zuletzt 42,4 Prozent der Menschen im Südwesten eine Erstimpfung erhalten, 17,9 Prozent sind bislang vollständig geimpft.

(dpa/lsw)

Bund will Impfstoffversorgung für künftige Pandemiefälle sichern

15:41
02.06.2021
Die Bundesregierung will im Falle künftiger Pandemien eine Versorgung mit Impfstoffen in Deutschland sicherstellen. Jetzt aufgebaute Kapazitäten sollten mittelfristig abgesichert und der Aufbau weiterer Kapazitäten ermöglicht werden, wie es in einer Vorlage für das Kabinett hieß.

Dazu will der Bund «Pandemiebereitschaftsverträge» an geeignete Unternehmen vergeben. In diesen Verträgen sollen sich die Firmen gegen Zahlung einer jährlichen Vergütung verpflichten, eine Produktionskapazität aufzubauen beziehungsweise bereitzustellen und entsprechend vorzuhalten. Im Falle der Aktivierung sollen die Kapazitäten innerhalb von drei Monaten hochgefahren werden können.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Mittwoch, der Bund wolle dafür sorgen, dass für künftige Pandemiefälle eine Kapazität von 600 Millionen bis 700 Millionen Impfdosen bereitstehe.

In der Vorlage wird davon ausgegangen, dass eine Produktionskapazität von jährlich etwa 2 Milliarden Impfdosen innerhalb der EU abgesichert werden sollte. Damit könnte die europäische Bevölkerung zweimal geimpft werden und gegebenenfalls ein erheblicher Beitrag für die Versorgung der Welt mit Impfstoffen geleistet werden. Die Bundesregierung hatte eine Taskforce Impfstoffproduktion eingesetzt.

(dpa)

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