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Laschet: Corona-Politik kein Rezept für die Zukunft

04:49
17.06.2021
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet will die deutsche Corona-Politik nicht als Vorbild für künftiges Regierungshandeln nehmen. «Die "Methode Corona", bei der der Staat bis in den letzten Lebensbereich hinein alles regelt, ist kein Rezept für die Zukunft», sagte der CDU-Chef der «Augsburger Allgemeinen» (Donnerstag). «Und es ist auch kein Rezept für die Zukunft, dass der Staat mit immer noch mehr Milliarden jedes Problem zuschüttet.» Es müsse nun darum gehen, die Defizite der Pandemie aufzuarbeiten, erklärte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident. «Wir müssen überall da besser werden, wo wir sehen, dass etwas nicht funktioniert hat.»

Laschet sprach sich dafür aus, die Maskenpflicht zu überprüfen. «Wenn wir in den Landkreisen Zahlen nahe null haben, stellt sich in der Tat die Frage, ob wir die Maske noch brauchen.» Die Maske sei kein Selbstzweck. «Wir sollten stufenweise beginnen: Erst draußen die Maskenpflicht zurückfahren, bei weiterem Erfolg auch drinnen.»

Laschet widersprach dem Eindruck, dass die Union besonders lang für die Verabschiedung ihres Wahlprogramms brauche. «Wir werden es sogar früher vorstellen als vor den letzten Wahlen, und die Grünen haben ihres erst letzten Samstag beschlossen.» Inhaltlich sprach er sich klar gegen Steuererhöhungen aus. «Es wäre ein fatales Signal, jetzt Steuern zu erhöhen. Für viele kleine und mittlere, von ihren Eigentümern geführte Betriebe stellt eine höhere Einkommenssteuer faktisch einen Eingriff in ihren Betrieb dar.»

Eine schwarz-gelbe Koalition sei im Moment keine realistische Perspektive, so Laschet. «Jedenfalls nicht bei sieben Parteien im Parlament. Aber eine Regierung, an der die FDP beteiligt ist, wäre nicht die schlechteste Lösung.»

(dpa)

Patientenschützer für weitere Bundesfinanzierung der Impfzentren

04:47
17.06.2021
Die Deutsche Stiftung Patientenschutz fordert auch mit Blick auf mögliche Corona-Folgeimpfungen eine weitere Finanzierung der regionalen Impfzentren durch den Bund. Voraussichtlich ab Herbst stünden Auffrischungsimpfungen für die 900 000 Pflegeheimbewohner an, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Die aufsuchenden Impfungen in den 12 000 Pflegeeinrichtungen könnten aber nur mit den mobilen Teams der Impfzentren realisiert werden. «Das gilt auch für Impfaktionen in Corona-Hotspots. Zudem hat nicht jeder einen Hausarzt, um einen Impftermin zu vereinbaren.»

Deshalb sei es richtig, jetzt ein Konzept für den Fortgang der Impfkampagne zu erarbeiten, sagte Brysch. «Dabei muss klar sein, dass es ohne finanzielle Schützenhilfe des Bundes für die bewährte zentrale Impfstruktur über Weihnachten hinaus nicht gehen wird. Bleibt der Zuschuss aus, ist es wahrscheinlich, dass die Bundesländer die Impfzentren dichtmachen. Für die Immunisierung in den Arztpraxen fallen beim Land schließlich keine Kosten an.»

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Mittwoch vereinbart, dass die mehr als 400 regionalen Impfzentren über den Sommer hinaus in Bereitschaft gehalten werden sollen. Die Länder sollen ein Konzept dazu entwickeln. Gewährleistet werden soll ein Mindestbetrieb der Zentren, sie sollen bei Bedarf aber schnell wieder hochgefahren werden können. Der Bund sei weiter zur Finanzierung bereit, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Vorerst ist sie bis Ende September vereinbart. Spahn machte deutlich, dass bei möglichen Auffrischungsimpfungen als erstes wieder mobile Teams zu den besonders gefährdeten Pflegeheimbewohnern gehen sollten.

(dpa)

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