Letztes Update:
20210617044647

Mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage in dritter Corona-Welle

04:46
17.06.2021
Zahlreiche Eltern haben sich in der dritten Corona-Welle wegen geschlossener Kitas und Schulen krankschreiben lassen. Aktuelle Zahlen der größten deutschen Krankenkassen, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen, zeigen, dass zwischen Januar und Mai dieses Jahres mehr als 1,5 Millionen Kinderkrankentage von Eltern genommen wurden, weil die Einrichtungen nicht oder nur eingeschränkt in Betrieb waren.

Mehr als 600 000 Mal wurde pandemiebedingtes Kinderkrankengeld in dieser Zeit beantragt, wie der AOK-Bundesverband, die Techniker Krankenkasse (TK), die Barmer und die DAK-Gesundheit auf dpa-Anfrage mitteilten. Den Daten der Kassen zufolge nutzten Eltern das Angebot besonders stark im Februar. Die Zahlen sanken dann in den Folgemonaten mit zunehmender Öffnung des Schul- und Kitabetriebs immer weiter. Laut Barmer nahmen Eltern im Schnitt zwei bis drei Kinderkrankentage im Monat.

Wegen der Corona-Maßnahmen hatte die Politik die Zahl der Kinderkrankentage im laufenden Jahr verdreifacht und erlaubt, dass diese nicht nur bei Krankheit eines Kindes genommen werden können, sondern auch bei Schul- und Kitaschließungen oder Notbetrieb. Das Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

(dpa)

RKI registriert 1330 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz bei 11,6

04:44
17.06.2021
Berlin - Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.34 Uhr wiedergeben, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3187 Ansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden nun den Angaben nach binnen 24 Stunden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 94 Tote gewesen. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 90 179 angegeben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 11,6 an (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3). Das Institut zählte seit Beginn der Pandemie 3 718 955 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3 594 700 an.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,71 (Vortag: 0,72). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 71 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

(dpa)

Bericht: Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

04:04
17.06.2021
Die Pandemie bedroht nicht nur in Form einer Lungenkrankheit die Gesundheit und das Leben von Menschen in aller Welt. Auch viele Krisen und Konflikte haben sich verschärft, wie ein aktueller Friedensbericht zeigt. Doch es gibt auch positive Trends.

Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jährlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London für 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der Gründer des Instituts, Steve Killelea, macht die Corona-Pandemie für eine Verschärfung der Lage verantwortlich: «Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische Instabilität und gewalttätige Demonstrationen zugenommen», so Killelea. «Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere für Länder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten.» Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko für eine weitere Vertiefung der Gräben bergen.

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. 25 Länder verschlechterten sich in der Kategorie gewaltsame Demonstrationen, während sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekämpft wurden.

In den USA nahm im untersuchten Zeitraum besonders stark die Zahl der zivilen Unruhen zu - allerdings nicht nur bedingt durch die Pandemie, sondern auch etwa im Rahmen der «Black Lives Matter»-Proteste oder bei der Erstürmung des Kapitols in Washington - Letzteres allerdings erst im Januar 2021.

Die Mordrate, die Todesfälle durch Terrorismus und auch die Wahrnehmung von Kriminalität ist in sehr vielen Ländern der Welt hingegen deutlich gesunken, wobei es auch hierbei extreme regionale Unterschiede gibt. In Afghanistan, Brasilien, Südafrika und Mexiko etwa gab weiterhin mehr als die Hälfte der Bevölkerung Gewalt als größtes Risiko für die eigene Sicherheit im täglichen Leben an.

Afghanistan gilt in dem Bericht als das am wenigsten friedliche Land der Erde - gefolgt vom Jemen, Syrien, Südsudan und dem Irak. Island wurde dagegen erneut als das friedlichste Land der Welt eingestuft - und verteidigt diesen Platz bereits seit 2008.

Europa als Region bleibt ebenfalls nach diesem Index die friedlichste der Welt. Allerdings hält der Bericht fest, dass auch hier die politische Instabilität zugenommen hat.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen