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Studie: Viele Deutsche haben in Corona-Krise deutlich zugenommen

11:38
02.06.2021
Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich viele Deutsche weniger bewegt - und zugenommen. Das geht aus Ergebnissen einer Umfrage hervor, die das Else Kröner Fresenius Zentrum für Ernährungsmedizin (EKFZ) an der TU München gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Forsa durchgeführt hat.

Demnach haben rund 40 Prozent der Befragten seit Corona an Gewicht zugelegt - im Durchschnitt 5,6 Kilogramm. Zudem bewegt sich etwas mehr als die Hälfte weniger.

Besonders die 30- bis 44-Jährigen klagten über mehr Last auf den Rippen - und die Menschen, die schon vor der Pandemie ein Gewichtsproblem hatten. Auffällig: Je höher der Body-Mass-Index (BMI), desto öfter gaben die Teilnehmer an, seit Corona zugenommen zu haben. «Corona befeuert damit die Adipositas-Pandemie», sagte EKFZ-Leiter Hans Hauner.

Die Studie zeigt außerdem, dass 52 Prozent der Befragten in der Corona-Krise weniger aktiv sind. Betroffen seien vor allem Männer, jüngere Menschen und Befragte mit höherem Bildungsstand. Mögliche Gründe: geschlossene Sportvereine und Fitnessstudios.

Wenig geändert hat sich hingegen beim Ernährungsverhalten der Deutschen. Etwa zwei Drittel essen so, wie sie es vor der Krise getan haben. Gut jeder Vierte gab an, aus Langeweile mehr zu essen.

(dpa)

Kabinett billigt Ende der Priorisierung bei Corona-Impfungen

10:53
02.06.2021
Bei den Corona-Impfungen in Deutschland fällt die Priorisierung mit einer festen Reihenfolge wie vorgesehen zum kommenden Montag weg. Das Bundeskabinett billigte am Mittwoch Änderungen der Impfverordnung, die Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nun verkünden kann. Zugleich werden damit auf breiter Front Impfungen von Beschäftigten direkt über ihre Firmen möglich. Damit sollen Betriebsärzte ebenfalls ab kommendem Montag beginnen können und dafür in der ersten Woche mehr als 700 000 Impfdosen bekommen.

Wie Spahn weiter sagte, will der Bund künftig außerdem dafür sorgen, dass für künftige Pandemiefälle eine Kapazität von 600 Millionen bis 700 Millionen Impfdosen bereitsteht – für den Gebrauch in Deutschland oder anderen Teilen der Welt. Dazu solle es Ausschreibungen mit Laufzeiten von fünf Jahren geben. Mit einer jährlichen Reservierungsgebühr werde bei den Herstellern die Produktion des Impfstoffs für den Pandemiefall sichergestellt.

(dpa)

Ärztepräsident Reinhardt zu Kinder-Impfung: Eltern sollen entscheiden

10:53
02.06.2021
In der Debatte um die Corona-Impfung von Kindern ab zwölf Jahren hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, gegen eine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen. Man müsse sich «wie bei jeder medizinischen Intervention - auch beim Impfen - überlegen, wie stehen Risiko und Nutzen in welchem Verhältnis», sagte Reinhardt am Mittwoch im Inforadio des rbb. Er plädierte dafür, die Eltern über die Impfung ihrer Kinder entscheiden zu lassen.

Da junge Menschen überwiegend nur leicht und oberflächlich erkranken oder sogar symptomlos die Infektion durchleben würden, «muss man sich überlegen, ob das ein ausreichender Grund ist, um einen Menschen zu impfen». Auch mit Blick auf noch unbekannte Nebenwirkungen «sind wir der Auffassung, dass man das individuell im Einzelfall entscheiden sollte», sagte Reinhardt.

Nach der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer durch die EU-Kommission auch für Kinder ab 12 Jahren können auch sie sich grundsätzlich vom 7. Juni an impfen lassen. Die Ständige Impfkommission zögert indes noch, den Impfstoff von Biontech/Pfizer zu empfehlen.

Aktuell beurteilt Reinhardt das Risiko für die Kinder in der Pandemie auch ohne Impfung als gering. Sollte sich aufgrund von Daten herausstellen, dass Kinder verstärkt mit Long-Covid-Folgen zu kämpfen haben, würde das die Situation verändern. «Dann würde man sagen, alle Probleme, die durch das Impfen entstehen können, wiegen den Nutzen, den man dadurch erreicht, dass man Long-Covid verhindert, nicht auf», meinte der Allgemeinmediziner. Doch bislang gebe es keine Daten und damit keinen Grund, «Kinder flächendeckend zu impfen».

(dpa)

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