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166 Millionen Euro Corona-Nothilfe an Studenten ausgezahlt

05:02
15.06.2021
In den vergangenen zwölf Monaten sind rund 166 Millionen Euro Corona-Nothilfe an Studenten ausgezahlt worden. Die Summe nannte das Deutsche Studentenwerk (DSW) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Im Durchschnitt hätten die Betroffenen knapp 450 Euro im Monat bekommen. Die sogenannte Überbrückungshilfe kann seit einem Jahr (16. Juni 2020) online beantragt werden.

Insgesamt seien bei den 57 Studenten- und Studierendenwerken, die sich um die Bearbeitung kümmern, 548 000 Anträge eingegangen. 370 000 Mal sei Überbrückungshilfe gewährt worden. Da die Leistung für jeden Monat neu beantragt werden muss, lässt sich aus den Zahlen aber nicht schließen, wieviele Studentinnen und Studenten sie in Anspruch genommen haben.

Die Unterstützung ist für Betroffene gedacht, die während ihres Studiums zum Beispiel durch einen wegbrechenden Nebenjob in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind. Überwiesen werden 100 bis maximal 500 Euro pro Monat, wenn per Kontoauszug nachgewiesen werden kann, dass eine pandemiebedingte Notlage besteht. Das Geld muss nicht zurückgezahlt werden.

DSW-Generalsekretär Achim Meyer auf der Heyde sagte der dpa: «Die Überbrückungshilfe kommt an, sie funktioniert, sie hilft, leider jedoch nicht allen.» Es gebe eine Gruppe von Studierenden in dauerhaft prekärer Lage. «Bei mehr als der Hälfte der abgelehnten Überbrückungshilfe-Anträge befinden sich die Studierenden zwar in einer finanziellen Notlage, diese war aber schon vor der Pandemie gegeben und nicht Folge der Pandemie.» Daher greife die auf die pandemiebedingte Notlage angelegte Überbrückungshilfe für sie nicht.

Meyer auf der Heye bekräftigte die Forderung des DSW nach einer strukturellen Reform und Öffnung des Bafög, so dass wieder mehr Studenten damit erreicht werden. Zudem müsse im Bafög für nationale Krisensituationen ein Notfallmechanismus geschaffen werden.

(dpa)

Prognose: Mäßiges Infektionsgeschehen im Sommer erwartet

05:00
15.06.2021
Für die kommenden Monate ist eine entspanntere Corona-Lage zu erwarten. «Für den aktuellen Sommer rechnen wir nach den aktuellen Daten ähnlich wie im letzten Jahr mit einem mäßigen Infektionsgeschehen», erklärte Jan Fuhrmann vom Forschungszentrum Jülich, der mögliche Pandemieverläufe berechnet. «Einerseits sind die mittlerweile vorherrschenden Virusvarianten ansteckender als im vergangenen Sommer, andererseits ist ein zunehmender Anteil potenziell infizierbarer Personen durch Impfung geschützt.»

Der rasche Rückgang der Inzidenzwerte der vergangenen Wochen werde sich aber notgedrungen verlangsamen, selbst wenn es noch eine Weile bei exponentiell fallenden Zahlen bleibt. Ein exponentieller Abfall beginne rasant und werde immer langsamer. Zudem gingen mit sinkender Inzidenz Öffnungsschritte einher, die wiederum zusätzliche Kontakte und damit mögliche Übertragungswege zur Folge hätten. «Da mit einer vollständigen Ausrottung des Virus in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist, wird aber auch der exponentielle Trend selbst im günstigsten Fall früher oder später abbrechen, und die Inzidenz wird um ein niedriges Niveau schwanken», so Fuhrmann.

Besonders die Übertragbarkeit der Virusvarianten zusammen mit dem Impfschutz und den Kontakten zwischen möglicherweise infizierten und infizierbaren Personen hätten starken Einfluss auf das Infektionsgeschehen und machten das Modellieren schwer.

Fuhrmann betonte, dass auch bei niedrigen Inzidenzwerten einzelne Ausbrüche auf lokaler Ebene durchaus deutliche Ausschläge bewirken können. Als Beispiel nannte er die Corona-Ausbrüche in einem Fleischbetrieb im Kreis Gütersloh im vergangenen Sommer. Und das Beispiel Großbritannien zeige, «dass eine Kombination aus weitreichenden Öffnungsschritten und erneuten Mutationen trotz bereits hoher Durchimpfung und saisonal bedingtem Abflauen des Infektionsgeschehens zu erneut steigenden Fallzahlen führen kann».

Prognosen für den Herbst sind noch nicht möglich. «Das wäre pure Spekulation», betont Fuhrmann. Zu viele Rahmenbedingungen seien noch unbekannt. Wie viele Personen werden beispielsweise bis dahin geimpft sein? Wie lange behält der Impfschutz seine maximale Wirksamkeit? Welche neuen Virusvarianten werden sich entwickeln? Werden einzelne Hygienemaßnahmen weiterhin beibehalten - ob durch Vorschriften oder durch individuelles Verhalten? «Mit einem gewissen Anstieg der Fallzahlen ist also zu rechnen, aber ob dieser mit den Werten des vergangenen Herbstes vergleichbar sein wird, ist vollkommen unklar.»

(dpa)

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