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Entwicklungsminister Müller will von G7 Milliarden für Impflogistik

04:09
11.06.2021
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat die G7-Staaten dazu aufgefordert, 16 Milliarden Euro für die Impflogistik in ärmeren Ländern bereitzustellen. Die sieben Industriestaaten wollen bei ihrem Gipfel im englischen Cornwall ab Freitag eine Spende von mindestens einer Milliarde Impfdosen zusagen, wie die britische Regierung ankündigte. «Die Impfdosen müssen aber auch zu den Menschen kommen», sagte Müller der «Augsburger Allgemeinen» (Freitag). «Dafür fehlen weiterhin 16 Milliarden US-Dollar in diesem Jahr - etwa für Kühlketten, Tests und Medikamente zur Behandlung der Folgen einer Infektion.»

Die G7 solle diese Finanzlücke schnell schließen, forderte Müller. Deutschland sei vorangegangen und habe 2,2 Milliarden Euro bereitgestellt. Die Summe entspricht den bisherigen Zusagen Deutschlands für die globale Initiative zur Bewältigung der Corona-Pandemie namens ACT Accelerator, die Corona-Impfstoffe, Medikamente und Tests fördert, und deren Corona-Impfprogramm Covax.

Durch eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe, wie von vielen Staaten, darunter den USA gefordert, werde keine einzige Impfdosis zusätzlich produziert, sagte Müller. Deutschland unterstütze die Produktion «für einen Impfstoff "Made in Afrika"», sagte er. «Ich begrüße sehr, dass Biontech-Gründer Ugur Sahin erklärt hat, dass er sich mit seinem Unternehmen in Afrika engagieren will», so Müller weiter. «Wir sprechen dazu bereits mit geeigneten Produktionsstätten in Afrika und stellen eine Anschub-Finanzierung zum Aufbau einer afrikanischen Impfstoffproduktion bereit».

(dpa)

Kommunen fordern rasch Konzept für Großveranstaltungen

04:08
11.06.2021
Kommunen haben enttäuscht darauf reagiert, dass sich die Ministerpräsidentenkonferenz nicht auf einheitliche Corona-Regeln für Großveranstaltungen verständigen konnte. Sollten sich Infektionsgeschehen und Impfkampagne weiter so positiv entwickeln, müssten auch bei den Veranstaltungen möglichst rasch klare Öffnungsperspektiven aufgezeigt werden, unter Beachtung klarer Hygienekonzepte, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der «Rheinischen Post» (Freitag). Hier müssten die Bundesländer bald zu einer möglichst einheitlichen Linie kommen. «Andernfalls kommt es zu einem Flickenteppich, der den Menschen vor Ort in den Kommunen nicht mehr zu erklären ist», warnte Landsberg.

Die Ministerpräsidenten hatten das Thema am Donnerstag einer Arbeitsgruppe auf Ebene der Staatskanzleichefs übertragen. Für Großveranstaltungen mit Tausenden Menschen sei es noch zu früh, hatten Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) und Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), der auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz ist, erklärt. Es sei aber die richtige Zeit, dafür ein Konzept zu entwickeln, sagte Müller.

Der Präsident des deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, dämpfte ebenfalls Erwartungen an baldige Großveranstaltungen. Musikfestivals wie Rock am Ring, Southside oder Rock im Park mit jeweils über 60 000 Besuchern zu ermöglichen, «können wir uns jedenfalls in nächster Zeit nicht vorstellen», sagte Sager den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Freitag).

Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch wertete die Ministerpräsidentenrunde als «Bremsklotz auf dem Weg in die Normalität». Für die Veranstaltungsbranche sei es eine «große Enttäuschung». Die Menschen bräuchten Fahrplan und Perspektiven über den Sommer hinaus. Zum Abschluss der Impfkampagne müssten die Grundrechte wieder «komplett» hergestellt sein, forderte Bartsch in den Funke-Zeitungen.

(dpa)

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