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20210610090459

Bei kurzfristigem Wasen: Schausteller könnten schnell reagieren

09:04
10.06.2021
Trotz der Absage des Cannstatter Volksfests in Stuttgart könnten die Schausteller und Marktkaufleute nach eigenen Angaben auch kurzfristig auf Alternativen oder einen kleineren Jahrmarkt reagieren. Sollten es die Infektionszahlen zulassen und die Stadt ihre Entscheidung zurücknehmen, wären Stände und Karussells schnell aufgebaut, sagte der Chef des Schaustellerverbands im Südwesten, Mark Roschmann, am Donnerstag. «Wir sind flexibel und pragmatisch. Wir müssen ja auch in normalen Festjahren innerhalb von wenigen Tagen ab- und an einem anderem Ort wieder aufbauen.»

Die Entscheidung gegen das Volksfest mit seinen jährlich bis zu vier Millionen Besuchern sei aber neben der fehlenden Sicherheit vor allem auch aus Kostengründen gefallen, sagte Roschmann. «Die Stadt müsste in Vorlage gehen, das ist ihr zu unsicher.» Außerdem habe das Land nicht eindeutig Position bezogen. Zudem bräuchten die Festwirte mehr Vorlauf für Planung und Aufbau als die Schausteller. Hoffnungen auf eine neue Entscheidung zum Volksfest hat Roschmann daher nicht.

In seiner Branche, die Schätzungen zufolge in Baden-Württemberg etwa 1000 Betriebe mit 3000 Beschäftigten zählt, sind fast ausschließlich Familienbetriebe aktiv. Sie haben seit Beginn der Corona-Krise fast gar nicht arbeiten können und nur einen geringen Teil des Umsatzes eingefahren.

Die Stadt Stuttgart hatte am Mittwoch entschieden, das zweitgrößte Volksfest in Deutschland erneut abzusagen. Es hätte vom 24. September bis zum 10. Oktober 2021 stattfinden sollen. Schausteller und Marktkaufleute sollen sich nun stattdessen mit Ständen und Fahrgeschäften in der City präsentieren dürfen.

(dpa)

Behörden: Kein größeres Public-Viewing bei Fußball-EM

08:30
10.06.2021
Wegen der Corona-Pandemie wird es klassische größere Public-Viewing-Veranstaltungen während der Fußball-Europameisterschaft in Baden-Württemberg nicht geben. «Öffentliche TV-Übertragungen etwa in einem Biergarten werden jedoch analog zu Kulturveranstaltungen behandelt, sind also unter den jeweiligen Auflagen der Corona-Verordnung möglich», sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Stuttgart. So dürften Gastronomen Fußballübertragungen zeigen. Es müssten dabei die für die Gaststätten geltenden Regelungen beachtet werden - also etwa die Begrenzung der Gästezahl oder die allgemeinen Abstands- und Hygieneregeln. «Je nach Inzidenz gelten die drei «G»: genesen, getestet oder geimpft.»

(dpa)

Testanbieter bekommen ab Juli weniger Geld für Corona-Tests

08:01
10.06.2021
Nach mutmaßlichem Betrug in Corona-Schnellteststellen sollen die Betreiber ab Juli weniger abrechnen können. Zudem sollen sie strenger kontrolliert werden. Das sieht eine geänderte Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die zwischen den Bundesministerien derzeit abgestimmt wird und die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Die Funke Mediengruppe hatte zuerst darüber berichtet.

Betreiber von Teststellen sollen für die Entnahme des Abstrichs ab 1. Juli nur noch 8 Euro abrechnen können. Bisher waren es 15 bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern. Weil die Tests günstiger geworden sind, sollen sie nur noch pauschal mit 4,50 statt mit bis zu 6 Euro abgerechnet werden können.

Der Verdacht auf Testbetrug in großem Stil war durch eine Veröffentlichung von WDR, NDR und «Süddeutscher Zeitung» Ende Mai aufgekommen. Die abgerechneten Tests mehrerer von den Reportern beobachteter Stellen überstiegen demnach die Besucher an einzelnen Tagen deutlich.

Die für die Abrechnung zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen sollen die Abrechnungen künftig gründlicher prüfen - mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern auch im Detail und vor Ort. Generelle Beauftragungen von Teststellen, wie sie mit sogenannten Allgemeinverfügungen möglich waren, soll es nicht mehr geben. Gesundheitsämter sollen die Stellen nur noch einzeln beauftragen können. Zudem sollen sich alle Anbieter von Bürgertests an die Corona-Warn-App anschließen müssen. Auf Wunsch der Getesteten sollen sie ein Testzertifikat direkt über die App bekommen.

Die Kosten für alle Zentren insgesamt taxiert der Entwurf auf 1,4 Milliarden Euro 2021. Je eine Million Testungen entstehen dem Bund laut dem Entwurf darüber hinaus Kosten von bis zu 15 Millionen Euro bis Juni beziehungsweise 9 Millionen Euro ab Juli sowie Sachkosten von bis zu 6 Millionen Euro bis Juni und 4,5 Millionen Euro ab Juli 2021.

(dpa)

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