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Abflauen der Corona-Pandemie macht Curevac zu schaffen

11:33
09.06.2021
Das aktuelle Abflauen der Corona-Infektionszahlen verzögert die Zulassung des Impfstoffs, den das Tübinger Biotechnologieunternehmen Curevac entwickelt. Das teilte Unternehmenssprecherin Sarah Fakih am Mittwoch in Tübingen mit. «Der Grund, dass wir die klinischen Daten der Phase-3-Studie an die europäische Arzneimittelbehörde nicht so schnell liefern konnten wie geplant, ist, dass bisher nicht genügend Infektionen unter den Teilnehmern aufgetreten sind», sagte Fakih. Zuerst hatte unter anderem die «Augsburger Allgemeine» berichtet. Bislang sind in der Studie 59 Corona-Fälle aufgetreten. 160 werden benötigt.

Das Zulassungsverfahren hake daran, dass sich in den Kontrollgruppen der klinischen Studie aktuell zu wenige Probanden mit dem Coronavirus angesteckt hätten. «Wir sind zuversichtlich, dass wir die benötigten 160 Infektionen unter den knapp 40 000 Probanden in absehbarer Zeit erreichen», erklärte Fakih. Dies habe aber nichts damit zu tun, dass Curevac nicht genug Teilnehmer an den Studien habe, sondern dass sich darunter - wegen der abflauenden Ansteckungszahlen - zu wenig Menschen angesteckt hätten. Es müssten keine neuen Teilnehmer für die Studie gesucht werden.

«Wir hoffen, dass wir die letzten Daten unserer klinischen Studie bis Ende Juni bei der Ema vorlegen können», sagte Fakih. Wann die europäische Arzneimittelagentur die Daten auswerten und eine Zulassung vornehmen werde, sei schwer vorauszusagen.

Landesgesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) hatte am Dienstag unter Berufung auf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gesagt, dass nach der derzeitigen Situation möglicherweise erst im August eine Zulassung zu erwarten sei. Fakih: «Dazu können wir nichts sagen.» Bisher hatte Curevac Ende Juni als Termin genannt.

In den aktuellen Plänen zur Belieferung von Ärzten und Impfzentren im Juni ist kein Impfstoff von Curevac einkalkuliert worden. Noch Ende Mai hatte es in internen Lieferprognosen der Bundesregierung geheißen, dass bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen von Curevac kommen, bis Ende September 9,4 Millionen und im letzten Quartal 28,9 Millionen.

(dpa/lsw)

Eltern organisieren Corona-Impfaktion für Schüler in Böblingen

11:24
09.06.2021
Eltern haben in Böblingen eine Corona-Impfaktion für Schüler organisiert. Rund 200 Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahre des Albert-Einstein-Gymnasiums sollen im Juni in einer Arztpraxis eine Corona-Impfung erhalten, wie der Vorsitzende des Elternbeirats, Oliver Guhl, am Mittwoch sagte. Der Elternbeirat habe Anfang Juni die Idee zu dieser Impfaktion gehabt und dann mit dem Schulträger abgeklärt. Über die Elternschaft sind demnach rund 200 Impfdosen angeboten worden, diese seien bis zum Montag bereits alle vergeben worden, sagte Guhl. Ein Arzt aus der Elternschaft werde die Schüler nun impfen. Dazu müsse jeder privat in die Praxis kommen, sagte der Elternvertreter.

Den genauen Termin der Impfaktion möchte der Elternbeirat nicht nennen. Sie fürchteten negative Reaktionen, insbesondere gegenüber der Praxis, sagte Guhl. Eine weitere Verknappung des Impfstoffs sei durch die Aktion nicht gegeben. So habe es etwa bei Impfaktionen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in der Region zuletzt nicht genügend Abnehmer gegeben, sagte der Elternvertreter. Zuerst hatte der Südwestrundfunk berichtet.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in der EU seit Ende Mai für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat zu dieser Frage bislang keine Empfehlung abgegeben. Laut einem vorläufigen Entwurf empfiehlt die Stiko, dass nur Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden sollen, die bestimmte Vorerkrankungen haben. Die endgültige Empfehlung wird noch in dieser Woche erwartet.

(dpa/lsw)

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