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20210608115357

Überdurchschnittlich viele Todesfälle in Tschechien im April

11:07
08.06.2021
Trotz der seit Monaten laufenden Corona-Impfkampagne sind in Tschechien auch im April mehr Menschen gestorben als üblich. Es wurden rund 11 500 Todesfälle registriert und damit 27 Prozent mehr als im Schnitt der gleichen Monate der Jahre 2015 bis 2019. Dennoch sei es die geringste monatliche Übersterblichkeit seit Beginn der Herbst-Coronawelle gewesen, teilte die staatliche Statistikbehörde CSU am Dienstag in Prag mit. Tschechien hat knapp 10,7 Millionen Einwohner.

In der Gruppe der über 80-Jährigen stieg die Sterblichkeit den Daten zufolge auf den Wert vor Beginn der Corona-Pandemie. Wie in Deutschland wurden in Tschechien die Ältesten zuerst gegen das Virus geimpft. Auch bei den über 70-Jährigen sei eine positive Entwicklung zu beobachten, hieß es. Generell seien mehr Männer als Frauen gestorben - besonders auffällig sei dies in der Gruppe der 60- bis 69-Jährigen.

Tschechien war besonders stark von der Ausbreitung des Coronavirus betroffen, zudem lief die Impfkampagne wie in vielen Ländern eher schleppend an. Seit Beginn der Pandemie starben knapp 30 200 Menschen, bei denen eine Infektion mit dem Erreger nachgewiesen wurde. Inzwischen hat sich die Lage sehr gebessert. Nach aktuellen Zahlen steckten sich innerhalb von sieben Tagen zuletzt nur noch 21 Menschen je 100 000 Einwohner mit dem Virus an.

(dpa)

Prominente fordern Impfstoffspenden von G7-Gipfel für arme Länder

10:54
08.06.2021
Vor dem G7-Gipfel in Großbritannien haben Unicef-Botschafter und andere Prominente die reichen Länder aufgefordert, verfügbare Impfdosen an ärmere Staaten zu spenden. Es müsse eine gerechtere Impfstoffversorgung für Länder mit niedrigeren und mittleren Einkommen sichergestellt werden, hieß es am Dienstag in einem offenen Brief, der in der «Financial Times» veröffentlicht wurde. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem David Beckham, Billie Eilish, Claudia Schiffer und Pink.

Die Staats- und Regierungschefs der Gruppe der Sieben (G7) aus USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan kommen von Freitag bis Sonntag zu ihrem Gipfel in dem Touristenort Cornwall zusammen. Die 28 Unterzeichner des Briefes fordern die G7 auf, zwischen Juni und August mindestens 20 Prozent der verfügbaren Impfdosen gegen Covid-19 zu teilen, um das Risiko einer weiteren Ausbreitung des Virus und die Gefahr von Mutationen zu verringern.

«Die Welt kämpft seit eineinhalb Jahren gegen die Covid-19-Pandemie, aber das Virus breitet sich immer noch in vielen Ländern aus und produziert neue Varianten, die das Potenzial haben, uns alle dorthin zurückzuwerfen, wo wir angefangen haben», heißt es in dem Brief. «Das bedeutet weitere Schulschließungen, weitere Unterbrechungen im Gesundheitswesen und noch größere wirtschaftliche Auswirkungen - es bedroht die Zukunft von Familien und Kindern überall.»

Der Impfinitiative Covax, die ärmere Länder mit Impfstoffen versorgen soll, fehlten 190 Millionen Impfdosen. Nach einer Datenanalyse des Forschungsinstituts Airfinity im Auftrag von Unicef könnten die G7-Staaten rund 150 Millionen Impfdosen abgeben, ohne dass dies zu einer signifikanten Verzögerung nationaler Impfpläne führen würde. «Die Länder müssen sich nicht entscheiden, ob sie die Pandemie in ihrem Land oder weltweit bekämpfen wollen. Wir können und müssen beides gleichzeitig tun - und zwar sofort», sagte Unicef-Direktorin Henrietta Fore. «Die Pandemie kennt keine Grenzen.»

(dpa)

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