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Längere Schultage nach Corona? Ministerium und Lehrer skeptisch

14:19
01.06.2021
Eine Verlängerung der Schultage nach der Pandemie, wie in Großbritannien geplant, sehen Lehrervertreter und Bundesbildungsministerium in Deutschland eher nicht. «Jetzt ist vor allem wichtig, dass wir zum Normalbetrieb zurückkehren. Das allein ist schon eine Kraftanstrengung, auch weil der Infektionsschutz weiter beachtet werden muss», sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Sie verwies auf das Aufholprogramm mit Nachhilfeangeboten, das Bund und Länder gerade auf den Weg bringen. «Dieses Aufholprogramm wird für viele Schülerinnen und Schüler zusätzliche Lernzeit bedeuten. Ob darüber hinaus eine Verlängerung der Unterrichtszeit um eine halbe Stunde sinnvoll und in Deutschland vor dem Hintergrund des Lehrkräftemangels kurzfristig umsetzbar wäre, müsste genau abgewogen werden.»

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, äußerte sich ebenfalls skeptisch. Die Situation sei mit der in Großbritannien nicht ganz vergleichbar, sagte er der dpa. Dort gebe es die Ganztagsschule, an die einfach eine halbe Stunde herangehängt werde. In Deutschland gebe es überwiegend Halbtagsschulen. «Wir brauchen für zusätzliche Angebote auch zusätzliche Lehrkräfte, die wir aufgrund des massiven Lehrermangels derzeit nicht haben.»

In Großbritannien ist eine Verlängerung der Schultage um rund eine halbe Stunde Teil eines Maßnahmenplans aus Regierungskreisen, aus dem die «Times» am Dienstag zitierte. Ziel soll es sein, die durch die Pandemie entstandenen Rückstände aufzuholen und Wissenslücken zu schließen.

(dpa)

Südwesten möchte regelmäßig Impfquoten der Kreise veröffentlichen

13:50
01.06.2021
In Baden-Württemberg sollen künftig regelmäßig die Corona-Impfquoten in den Stadt- und Landkreisen veröffentlicht werden. «Auf Grundlage dieser Zahlen wollen wir die Impfstoff-Lieferungen in unsere Zentren nachjustieren und größere Unwuchten möglichst verhindern», teilte der Amtschef im Gesundheitsministerium, Uwe Lahl, am Dienstag in Stuttgart mit.

Das Land hatte bereits Anfang Mai erstmals Impfquoten auf Kreisebene veröffentlicht. In diesen waren aber lediglich die Impfungen in den Impfzentren enthalten. Mit den nun bereitgestellten Daten sollen künftig auch die Impfungen bei den niedergelassenen Ärzten enthalten sein. Nach Angaben des Ministeriums bleiben aber Unschärfen. Während in den Impfzentren die Postleitzahl des Wohnorts eines Geimpften erfasst werde, sei das in Praxen nicht der Fall. Hier werde lediglich die Postleitzahl der Praxis angegeben. Um den bürokratischen Aufwand für die Arztpraxen möglichst gering zu halten, ist die statistische Erfassung für sie demnach vereinfacht worden.

Die Impfquoten der Kreise zeigen weiter deutliche Unterschiede zwischen den Regionen im Südwesten. Die Auswertung der aktuellen Zahlen lasse weiter den Schluss zu, dass Stadt- und Landkreise mit größeren Bevölkerungsgruppen, die im Durchschnitt vergleichbar schwierigere sozioökonomische Bedingungen aufweisen, oft niedrigere Impfquoten haben, so ein Sprecher des Ministeriums.

Die geringste Quote an Erstimpfungen weist laut den Daten des Landes Pforzheim mit 31,5 Prozent auf. Auch bei den Zweitimpfungen belegt die Stadt mit einer Impfquote von 11,7 Prozent den landesweit letzten Platz. Den höchsten Anteil an Erstimpfungen gibt es bislang im Kreis Emmendingen mit 51,2 Prozent der Bevölkerung. Der Landesschnitt liegt bei 41,7 Prozent. Den höchsten Anteil der vollständig geimpften Bevölkerung verzeichnet die Stadt Freiburg mit 23,9 Prozent. In ganz Baden-Württemberg sind derzeit 17,3 Prozent der Menschen vollständig geimpft.

(dpa)

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