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Chemie- und Energiebeschäftigte: Corona-Schutz gut, aber mehr impfen

12:07
05.05.2021
In den Chemie-, Pharma- und Energieunternehmen halten viele Beschäftigte die betrieblichen Corona-Schutzmaßnahmen für ausreichend - bei Impfungen könne aber noch mehr getan werden. Das geht aus einer Umfrage der IG BCE hervor. Die drittgrößte deutsche Gewerkschaft wollte von 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wissen, inwiefern sie zufrieden mit der aktuellen Situation und der Pandemiebekämpfung bei ihren Arbeitgebern sind.

Fast die Hälfte (48 Prozent) gab dabei an, dass Hygieneregeln und «flexible Regelungen mit Rücksicht auf Eltern» genügend umgesetzt würden. Wie die IG BCE am Mittwoch weiter berichtete, sehen allerdings 42 Prozent hier noch «Luft nach oben». Raschere Fortschritte beim Impfen wie eine Impfung im Betrieb selbst wünschen sich außerdem mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten.

«Ein Großteil unserer Kolleginnen und Kollegen würde sich gern im Betrieb impfen lassen», meinte IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis. Eine Mehrheit (52 Prozent) hält jedoch auch die inzwischen angelaufene Einbeziehung von Hausärzten in die Impfkampagne für wichtig.

Ebenfalls 52 Prozent glauben, dass eine aktive Sicherung von Jobs durch gezielte Ausgaben für Arbeitsmarkt, Bildung und Forschung entscheidend ist - dies war auch bei den Kundgebungen zum 1. Mai am vorigen Wochenende ein zentraler Punkt. «Die Industriebeschäftigten fordern ein Ende des Zögerns und Zauderns bei Zukunftsinvestitionen in Ausbildung, Infrastruktur und neue Technologien», so die Interpretation von Vassiliadis. Ungefähr jeder vierte Befragte erklärte zudem, der Trend zum Homeoffice dürfe nicht dazu führen, dass sich Arbeits- und Freizeit immer mehr vermischen.

(dpa)

Maas drückt bei weltweiter Impfstoffverteilung aufs Tempo

12:07
05.05.2021
Bundesaußenminister Heiko Maas dringt auf eine schnellere Verteilung von Corona-Impfstoff an arme Länder. Das Tempo der Lieferungen im Rahmen der internationalen Initiative Covax müsse noch einmal deutlich erhöht werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch am Rande des G7-Außenministertreffens in London. «Wir wollen diese Initiative fortsetzen, wir wollen noch schneller werden, wir wollen noch mehr Impfstoff in die Welt liefern.»

Damit wolle man auch der «Impfstoffdiplomatie» von China und Russland etwas entgegensetzen. Das von russischen Forschern entwickelte Vakzin Sputnik V ist nach Angaben aus Moskau mittlerweile in mehr als 60 Ländern zugelassen.

Laut Maas finanzieren die G7-Staaten USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und Kanada die Covax-Initiative zusammen zu drei Vierteln. Bis zum Jahresende sollten zwei Milliarden Impfdosen über Covax zur Verfügung gestellt werden.

Bis Anfang Mai hat das Impfprogramm unter dem Schirm der Weltgesundheitsorganisation (WHO) 53 Millionen Corona-Impfdosen an gut 120 Länder verteilt. Die reichen Länder subventionieren die Beschaffung für die ärmsten Länder. Nachdem der US-Hersteller Moderna am 30. April eine WHO-Notfallzulassung erhalten hatte, unterzeichnete die Impfinitiative GAVI eine Abmachung über Bestellung von 500 Millionen Impfdosen. Davon sollen 34 Millionen Dosen zwischen September und Dezember, der Rest im kommenden Jahr geliefert werden. Covax kann nur von Herstellern mit einer solchen Zulassung kaufen. Dazu gehören bislang auch Biontech/Pfizer, Astrazeneca und Johnson and Johnson.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat immer wieder kritisiert, dass die reichen Länder sich einen Großteil der weltweiten Impfstoffproduktion in bilateralen Verträgen mit Herstellern gesichert haben. Deshalb begann die Impfung des Gesundheitspersonals und besonders gefährdeter Menschen in vielen Ländern mit großer Verzögerung. Eigentlich wollte Covax den Großteil des Impfstoffs für alle Länder der Welt kaufen und gerecht zuteilen. Das größte Problem für die Verteilung waren aber Exportrestriktionen in Indien, wo ein Großteil der Astrazeneca-Impfdosen für das Covax-Programm hergestellt werden. Im März und April gab es Verzögerungen bei der Lieferung von 90 Millionen Dosen, weil Indien sie angesichts rasant steigender Infektionszahlen selbst beanspruchte.

(dpa)

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