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Hausärzte wollen Rechtssicherheit für Nutzung siebter Biontech-Dosis

04:58
05.05.2021
Der Deutsche Hausärzteverband fordert Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte, die pro Ampulle des Corona-Impfstoffs von Biontech/Pfizer sieben statt sechs Dosen verabreichen wollen. «Es kann nicht sein, dass täglich in Deutschland Impfdosen weggeworfen
werden», sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwoch).

Im Umgang mit der siebten Impfdosis brauche es bundesweit Rechtssicherheit. Dass Hausärztinnen und Ärzte, die mit dem vorhandenen Impfstoff so viele Menschen so schnell wie möglich impfen wollten, riskierten, «mit einem Bein im Gefängnis zu stehen», dürfe nicht sein, betonte Weigeldt.

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich demnach für Rechtssicherheit für die Nutzung der siebten Biontech-Dosis aus. Bei dem Impfstoff seien nur sechs Dosen pro Ampulle zugelassen – die siebte zu verwenden, sei nicht verboten, aber rechtlich nicht abgesichert. «Ich verstehe, dass viele Ärzte aus Angst vor dem Haftungsrisiko die siebte Dosis des Biontech-Impfstoffs wegwerfen», sagte Lauterbach den Zeitungen und forderte: «Der Staat muss das Haftungsrisiko übernehmen.»

(dpa)

Unnötiges Misstrauen gegenüber Astrazeneca - Impfaktion auf Parkplatz

04:56
05.05.2021
Mit einer ungewöhnlichen Impfaktion auf einem Supermarkt-Parkplatz will eine Pforzheimer Ärztin am Mittwoch (14.00) alle Dosen des Vakzins Astrazeneca verimpfen, für die sie in ihrer Sprechstunde zuvor keine Abnehmer fand. Das Misstrauen vieler Patienten gegen den höchst wirksamen Impfstoff sei leider groß, sagte die Medizinerin Nicola Buhlinger-Göpfarth. Der Zeitaufwand für die Gespräche mit den Impfberechtigten auf ihrer Warteliste sei enorm und kaum zu rechtfertigen.

«Wir diskutieren uns mit den Patienten dumm und dusselig», hatte sie moniert. «Wir wissen genau, dass es hundert andere gibt, die sich damit gerne impfen lassen wollen.» Die Debatte um das Vakzin sei eine Luxusdebatte. Sie will am Mittwoch rund 250 bei ihr liegen gebliebene Astrazeneca-Dosen an den Mann und an die Frau bringen. Zwei Kolleginnen hätten sich ihr angeschlossen. Ihren Worten zufolge ist es die erste Aktion dieser Art im Südwesten.

Auf dem Parkplatz in Pforzheim sollen nun alle, die sich impfen lassen wollen, auch ohne Termin drankommen. Voraussetzung ist, dass die Menschen impfberechtigt sind und, sofern sie unter 60 sind, ausdrücklich mit der Astrazeneca-Impfung einverstanden sind. Dieser Impfstoff wird in Deutschland nur für Menschen ab 60 empfohlen. Astrazeneca war trotz seiner hohen Wirksamkeit wegen selten auftretender Blutgerinnsel im Zusammenhang mit der Impfung in Verruf geraten.

(dpa/lsw)

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