Letztes Update:
20210504164810

Ministerium: Sozial Schwächere brauchen besseren Zugang zu Impfungen

15:28
04.05.2021
Das Land Baden-Württemberg will benachteiligten Gruppen einen leichteren Zugang zu Impfungen gegen das Coronavirus ermöglichen. «Die Zahlen zeigen, dass wir unter den Impfberechtigten bisher bestimmte Gruppen sehr gut erreichen, andere nicht oder fast nicht», sagte der Amtschef des Sozialministeriums, Uwe Lahl, am Dienstag. Gerade an sozial schlechter gestellten Menschen gehe die Impfkampagne oft vorbei. Schon an diesem Mittwoch will sich daher Sozialminister Manne Lucha (Grüne) zunächst mit Migrantenverbänden und Vertretern von Religionsgemeinschaften treffen.

Der Mannheimer Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) hatte zuvor berichtet, dass bestimmte Stadtteile die höchsten Infektionsraten, aber gleichzeitig um den Faktor drei niedrigere Impfquoten hätten. Konkret handele es sich um die Stadtteile, in denen Menschen mit geringem Einkommen, in beengten Wohnverhältnissen oder ohne Möglichkeit zum Homeoffice lebten. In Mannheim werden derzeit im Rahmen eines Modellprojektes Menschen im Brennpunkt-Stadtteil Hochstätt über mobile Impfteams geimpft.

Erstmals veröffentlichte das Ministerium auch Impfquoten der Stadt- und Landkreise bezogen auf die Wohnorte der Bürger. Diese Quoten - Impfungen durch Hausärzte nicht mitgerechnet - sind demnach beispielsweise in Universitätsstädten besonders hoch. In Städten, wo mehr Arbeitslosigkeit und ein niedrigeres Bildungsniveau herrscht, sei das Gegenteil der Fall. 

(dpa/lsw)

Corona-Testbereitschaft in Tübingen bricht ein

15:28
04.05.2021
Nach dem Ende des «Tübinger Modells» fürchtet die Stadt einen Anstieg der unerkannten Corona-Infektionen. Angaben vom Dienstag zufolge ist die Zahl der Schnelltests in Tübingen stark eingebrochen. Wurden in der letzten Versuchswoche noch 24 000 Tests durchgeführt, waren es in der ersten Woche mit Bundes-Notbremse nur noch 8000.

Im Rahmen des Modellversuchs «Öffnen mit Sicherheit» hatten Bürger in Tübingen von März an gegen Vorlage eines negativen Corona-Tests Außengastronomie, Einzelhandel und Kulturvorführungen besuchen können. Die Bundes-Notbremse beendete das Projekt in der vergangenen Woche. Sie setzte auch die Tübinger Regel außer Kraft, die eine Testpflicht für Arbeitnehmer in größeren Betrieben vorsah.

Laut Stadt führt die Bundesnotbremse dazu, dass in Tübingen mehr Infizierte ohne Symptome unentdeckt bleiben und weniger Infektionsketten abgebrochen werden. Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und Notärztin Lisa Federle baten die Tübinger, die kostenlosen Testangebote weiter möglichst oft zu nutzen. «Je mehr wir testen, umso schneller senken wie die Inzidenz und können Schulen, Kitas und Geschäfte wieder öffnen», teilten beide mit.

(lsw/dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen