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Merck: Neues Produkt für Herstellung von Corona-Impfstoffen

14:43
26.05.2021
Der Pharma- und Chemiekonzern Merck greift Herstellern von Corona-Impfstoffen mit einem neuen Produkt unter die Arme. Das Unternehmen habe neun Monate früher als geplant ein neues, synthetisches Cholesterinprodukt zur Deckung des hohen Bedarfs an Lipiden auf den Markt gebracht, teilte der Darmstädter Dax-Konzern am Mittwoch mit.

Lipide kommen etwa bei der Produktion des Corona-Impfstoffs zum Einsatz, den der Mainzer Hersteller Biontech mit seinem US-Partner Pfizer vertreibt. Dabei wird der Botenstoff des mRNA-Vakzins in eine Art Hülle verpackt, die aus Lipiden besteht. Diese fettartigen Moleküle sind wichtig, damit die Wirkstoffe des Vakzins im Körper freigesetzt werden können.

Merck beliefert nach eigenen Angaben weltweit mehr als 50 Corona-Impfstoffentwickler mit Lipiden, Einwegbeuteln, Membranen und Filtern für die Vakzin-Produktion. Anfang Februar hatte der Dax-Konzern eine Erweiterung seiner strategischen Partnerschaft mit Biontech bekanntgegeben: Die Lieferung von Lipiden werde erheblich beschleunigt, die Liefermenge bis zum Jahresende 2021 gesteigert. Zu den wenigen anderen Firmen, die außer Merck Lipide an Biontech liefern, zählt der Spezialchemiekonzern Evonik.

(dpa)

Pflaster, Masken, Implantate: Neue EU-Regeln für Medizinprodukte

14:42
26.05.2021
Für Medizinprodukte vom Heftpflaster bis zum Hüftgelenk gelten seit Mittwoch in der Europäischen Union neue Sicherheitsvorschriften. Die Reform ist die Konsequenz des Brustimplantate-Skandals vor mehr als zehn Jahren. Sie war wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben worden und trat nun in Kraft.

Neu sind nach Angaben der EU-Kommission vor allem zwei Punkte: Sogenannte Hochrisiko-Produkte wie Implantate müssen vor der Markteinführung von einem EU-Expertenpool begutachtet werden. Bewertungen, Prüfungen und die Stellen, die Bescheinigungen für Medizinprodukte ausstellen dürfen, werden genauer überwacht.

Darüber hinaus werden wichtige Informationen zu allen zugelassenen Medizinprodukten in einer Datenbank namens Eudamed erfasst. Patientinnen und Patienten mit Implantaten erhalten einen Ausweis mit Produktdaten. In der EU gibt es nach Angaben der Kommission mehr als 500 000 Arten von Medizinprodukten, darunter zum Beispiel auch Kontaktlinsen, Röntgengeräte, Beatmungsgeräte, Schrittmacher oder bestimmte Software.

Hersteller und auch Nutzer wie Krankenhäuser hatten die Reform wegen des zusätzlichen Aufwands für die Zertifizierung kritisiert und vor Engpässen gewarnt. Sie wurde schließlich im Frühjahr 2020 um ein Jahr verschoben, um keine zusätzlichen Hürden für die Versorgung mit damals knappen Medizinprodukten wie Masken und Schutzkleidung aufzubauen.

2010 war bekannt geworden, dass Zehntausenden Frauen mangelhafte Brustimplantate mit minderwertigem Industriesilikon eingesetzt worden waren.

(dpa)

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