Letztes Update:
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Falschinformationen hochgeladen: Youtube löscht «Querdenken»-Kanal

10:38
26.05.2021
Die Video-Plattform Youtube hat den Kanal der umstrittenen Gruppierung «Querdenken 711» gelöscht. «Querdenken 711» sei in einem ersten Schritt wegen des Hochladens von Inhalten, die gegen die Youtube-Richtlinien für Fehlinformationen verstoßen hätten, abgemahnt worden, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Danach sei der Kanal zunächst gesperrt worden, so dass die Kritiker der staatlichen Corona-Maßnahmen keine weiteren Videos in dem Kanal mehr hochladen konnten. «Während dieser Suspendierung versuchten sie, die Vollstreckung zu umgehen, indem sie einen anderen Kanal benutzten, und als Ergebnis wurden beide Kanäle gelöscht.» «Querdenken 711» hatte zuletzt rund 75 000 Abonnenten.

Die «Querdenken»-Initiative hat ihren Ursprung in Stuttgart, 711 steht für die Telefonvorwahl der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Ihre Anhänger gehen seit Monaten gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen auf die Straße. Die «Querdenken»-Bewegung in Stuttgart und anderen Regionen Deutschlands wird inzwischen von verschiedenen Verfassungsschutzämtern beobachtet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet die Szene als sogenanntes Sammelbeobachtungsobjekt, ähnlich wie beim Salafismus. Bei der Überwachung können auch geheimdienstliche Mittel eingesetzt werden, sowie Bankkonten und Finanzströme zwischen den Akteuren durchleuchtet werden.

(dpa)

Spahn verteidigt Äußerung zu eingeschleppten Corona-Infektionen

10:25
26.05.2021
Gesundheitsminister Jens Spahn hat Kritik an seiner Äußerung zurückgewiesen, dass Türkei- und Balkan-Reisende im vergangenen Jahr zu Corona-Infektionen mit beigetragen hätten. Er habe sich die Lageberichte des Robert Koch-Instituts (RKI) von 2020 nochmals angeschaut: «Wenn Sie auf die Länder schauen, wo die Infektion stattgefunden hat, sind unter den ersten zehn Ländern vor allem auch Länder des Westbalkans und die Türkei und die typischen Reiseländer der Deutschen», sagte Spahn am Mittwoch in der RTL/ntv-Sendung «Frühstart».

Unter anderem aus Albanien und von der Türkischen Gemeinde in Deutschland war Spahn Stimmungsmache gegen Bevölkerungsgruppen vorgeworfen worden. Zuvor hatte er in einem Interview des Senders
gesagt, Auslandsreisen und Verwandtschaftsbesuche in der
Türkei und auf dem Balkan hätten im vergangenen Jahr
phasenweise rund 50 Prozent der Neuinfektionen ausgelöst.

Am Mittwoch erklärte der CDU-Politiker, die RKI-Daten zeigten, dass unter den infizierten Rückkehrern vom Westbalkan und aus der Türkei viele Menschen mittleren Alters und Kinder seien. «Das lässt auf Familienreisen tippen», so der Minister. Bei Kroatien oder Spanien seien eher jüngere Menschen betroffen gewesen.

Im Vergleich zu damals liege der Anteil der gemeldeten Neuinfektionen die ihren Ursprung im Ausland haben zudem im Moment bei unter einem Prozent. «Das zeigt, das hat viel zu tun gehabt mit den Reisen im Sommer», so Spahn. Eine solche Entwicklung will er in diesem Jahr durch Tests beim Fliegen und an den Grenzen verhindern.

(dpa)

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