Letztes Update:
20210524122654

Schweiz stellt der WHO Sicherheitslabor für Viren zur Verfügung

12:18
24.05.2021
Viren und andere Krankheitserreger mit Epidemie- oder Pandemiepotenzial können für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) künftig in einem Schweizer Sicherheitslabor aufbewahrt werden. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus unterzeichnete dazu am Montag in Genf einen Kooperationsvertrag mit dem Schweizer Gesundheitsminister Alain Berset. Die WHO will im Rahmen ihrer «BioHub-Initiative» den freiwilligen Austausch solcher Materialien zwischen Ländern fördern. Ein Pilotprojekt mit Sars-CoV-2-Viren laufe bereits, so Tedros. Weitere Viren oder andere Erreger sollen im kommenden Jahr dazukommen.

Das Labor liegt in Spiez 40 Kilometer südöstlich von Bern und ist dem Verteidigungsministerium unterstellt. Das Material soll dort sequenziert werden und bei Bedarf und unter WHO-Aufsicht mit anderen Ländern geteilt werden. Bislang ist so ein Austausch nur auf bilateraler Ebene möglich und dauert deshalb oft lange, wie die WHO berichtete. Die Analyse des Materials soll helfen, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen. Zudem können Firmen Tests, Medikamente oder Impfstoffe damit entwickeln.

(dpa)

Singapur lässt Corona-Schnelltest per Atemanalyse vorläufig zu

12:15
24.05.2021
Die ungeliebten Corona-Schnelltests durch Abstriche in Nase oder Rachen könnten demnächst vielleicht der Vergangenheit angehören: In Singapur haben die Gesundheitsbehörden einen neuartigen Atemtest vorläufig zugelassen, der das Virus «akkurat innerhalb einer Minute» nachweisen soll, wie die National University of Singapore (NUS) am Montag mitteilte. Der Test wurde von der Firma Breathonix entwickelt.

Das von NUS-Absolventen gegründete Unternehmen arbeitet in der Probephase eng mit dem Gesundheitsministerium des südostasiatischen Stadtstaates zusammen. Das «BreFence Go Covid-19 Breath Test System» soll den Angaben zufolge nun an der Grenze zwischen Malaysia und Singapur am so genannten Tuas Checkpoint bei Einreisenden verwendet werden.

«Der Atemtest kann einfach von geschultem Personal durchgeführt werden, erfordert aber kein medizinisch geschultes Personal oder Laborverarbeitung», heißt es in der Mitteilung. «Eine Person muss nur in ein Einweg-Ventilmundstück pusten, das an einen hochpräzisen Atemprobenehmer angeschlossen ist.»

Der Atem wird dabei zur Messung in ein Massenspektrometer eingespeist. Das Gerät identifiziert flüchtige organische Verbindungen im Atem (VOC; volatile organic compounds) als Biomarker für eine Corona-Infektion. Ergebnisse werden in weniger als einer Minute generiert. Fällt ein Test in der Probephase positiv aus, wird zur Bestätigung ein PCR-Test durchgeführt. In den vergangenen Monaten wurde die Breathonix-Technologie bereits erfolgreich unter anderem am Flughafen von Singapur und in Dubai stichprobenartig getestet.

Auch andere Unternehmen arbeiten an Corona-Atemtests. So hat etwa die Firma Silver Factory Technology ein Gerät mit dem Namen «TracieX» entwickelt, von dem ab Juni 200 000 Stück pro Monat produziert werden könnten.

(dpa)

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