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Moderna will Impfstoffzulassung für 12- bis 17-Jährige in Europa

09:31
23.05.2021
Im Kampf gegen die Corona-Pandemie strebt der US-Pharmahersteller Moderna eine europäische Impfstoffzulassung für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren an. Ein Antrag bei der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) in Amsterdam sei Anfang kommenden Monats geplant. Das sagte der aus Frankreich stammende Moderna-Vorstandschef Stéphane Bancel der französischen Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche».

Die EMA hatte bereits mitgeteilt, sie wolle noch im laufenden Monat über die Zulassung des Corona-Impfstoffs der Hersteller Biontech und Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren entscheiden. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte das Präparat des deutschen Herstellers Biontech und seines US-Partners Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Das Präparat von Moderna ist einer von vier Corona-Impfstoffen mit einer Zulassung in der Europäischen Union.

«Bis zum Sommer werden alle Erwachsenen, die sich impfen lassen wollen, eine erste Dosis erhalten haben», sagte Bancel dem Blatt auf die Frage, ob in Frankreich eine vierte Epidemie-Welle drohe. «Danach muss man sich sehr rasch an die 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen wenden», sagte er. Die Ideallösung sei, diese Altersgruppe «vor Ende August zu schützen». Falls nicht massiv geimpft werde, könne das Risiko einer vierten Welle nicht ausgeschlossen werden. Frankreich ist stark von der Pandemie betroffen, es starben bereits weit über 100 000 Menschen.

(dpa)

FDP im Bundestag will Lolli-Tests bundesweit an Schulen

08:28
23.05.2021
Die FDP im Bundestag fordert einen bundesweiten Einsatz von sogenannten Lolli-Tests in Kitas und Grundschulen. «Kindern, Jugendlichen und ihren Familien muss die Politik endlich ein praxisnahes Angebot für mehr Normalität im Corona-Alltag vorlegen», sagte die FDP Gesundheitsexpertin Katrin Helling-Plahr den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online: Sonntag). Lolli-Tests, die bereits in Schulen in Nordrhein-Westfalen genutzt werden, seien ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Ein FDP-Antrag, der den Funke Zeitungen vorliegt, fordert genügend Lolli-Tests, um Kinder in Kitas, Grund- und Förderschulen mindestens zweimal pro Woche auf das Coronavirus testen zu können.

Die Tests werden Lolli-Tests genannt, weil die Schülerinnen und Schüler auf dem Teststäbchen wie auf einem Lolli 30 Sekunden lang herumlutschen müssen. NRW führte sie vor zwei Wochen flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen. Die Proben werden in PCR-Testverfahren von Laboren untersucht.

«Dass der Bund hier mal wieder hinten ansteht, ist leider ein weiterer Beleg dafür, dass die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Politik bisher zu oft vergessen wurden», monierte Helling-Plahr. «Bei der Impfstrategie für Kinder darf die Bundesregierung keinesfalls ihre massiven Fehler von Beginn der Impfkampagne wiederholen.» Man brauche ein praktikables Konzept, das Impfungen vor Ort in den Schulen anbiete und vor allem die Kinderärzte von Anfang an einbinde.

Das Vakzin des Herstellers Biontech/Pfizer könnte als erstes in der EU bald für Jüngere freigegeben werden. Aktuell dürfen alle ab 16 Jahren damit geimpft werden, für 12- bis 15-Jährige läuft zudem ein Prüfverfahren. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte in der «Bild am Sonntag» dazu aufgerufen, Biontech-Impfdosen für Schüler zu reservieren.

(dpa)

Studie: Recht hoher Impfschutz gegen indische Virus-Variante

07:23
23.05.2021
Die Corona-Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Astrazeneca bieten laut einer Studie aus Großbritannien einen recht hohen Schutz gegen eine Erkrankung mit der zunächst in Indien aufgetretene Virus-Variante B.1.617.2. Die beiden Präparate schützen nach zweifacher Impfung beinahe so effektiv gegen eine durch diese Variante ausgelöste Corona-Erkrankung wie gegen eine durch die britische Variante B.1.1.7 hervorgerufene. Das geht nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA aus einer Studie der Regierungsbehörde Public Health England (PHE) hervor.

Der Impfstoff von Pfizer/Biontech schützt demnach zwei Wochen nach der zweiten Dosis mit 88-prozentiger Effektivität gegen eine Erkrankung durch B.1.617.2., verglichen mit 93 Prozent bei der britischen Variante.

Bei Astrazeneca liegt der Effekt gegen eine Erkrankung durch B.1.617.2 bei 60 Prozent, verglichen mit 66 Prozent bei B.1.1.7. Beide Impfstoffe wiesen den Angaben zufolge drei Wochen nach der Erstimpfung eine 33-prozentige Effektivität bei B.1.617.2 auf, während sie bei der britischen Variante zu dem Zeitpunkt jeweils bei rund 50 Prozent lag.

Die Studie erfolgte zwischen dem 4. April und dem 16. Mai und deckte alle Altersgruppen ab. Die indische Variante gilt als besonders ansteckend und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen in Indien in den vergangenen Monaten explodiert sind. In Großbritannien sind - Stand 19. Mai - mehr als 3400 Fälle der Variante bestätigt worden. Wegen der Ausbreitung der Variante wird Großbritannien von der deutschen Bundesregierung ab Sonntag als Virusvariantengebiet eingestuft.

Das britische wissenschaftliche Beratergremium Sage schrieb kürzlich, es sei «realistisch», dass die indische Variante bis zu 50 Prozent ansteckender sein könnte als die bereits als sehr ansteckend geltende Variante B.1.1.7.

(dpa)

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