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20210521145415

WHO: Pandemie-Todesrate zwei bis drei Mal höher als offizielle Zahlen

13:42
21.05.2021
Die Corona-Pandemie hat nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens zwei bis drei Mal so viele Leben gekostet wie offiziell gemeldet. Bisher wurden weltweit rund 3,4 Millionen Todesfälle an die WHO übermittelt. Zusätzlich gebe es aber viele nicht registrierte Tote sowie Menschen, die an indirekten Folgen der Pandemie gestorben seien, sagten Experten der UN-Behörde am Freitag in Genf.

Die WHO veröffentlichte auch ihre erste Schätzung der Übersterblichkeit für das Jahr 2020, die der Pandemie zugerechnet werden kann. Demnach starben 3 Millionen Menschen - rund 1,7 Mal so viel wie die offiziell gemeldeten 1,8 Millionen Toten. Die WHO habe dies sehr konservativ geschätzt, weil bislang nur aus Europa und dem amerikanischen Kontinent gutes Datenmaterial vorliege, sagte WHO-Statistiker William Msemburi der Deutschen Presse-Agentur. Angesichts der noch ausstehenden Zahlen aus stark betroffenen Ländern wie Indien könne man jedoch erwarten, dass es zwei bis drei Mal so viele Pandemie-Opfer gebe wie gemeldet wurden.

Die Schätzung der WHO enthält auch Menschen, die wegen der Überlastung der Gesundheitssysteme, wegen sozioökonomischer Folgen der Corona-Krise oder wegen psychischer Probleme im Zusammenhang mit der Pandemie verstarben. «Wegen der schwierigen Lage in manchen Ländern haben Patienten bestehende Krankheiten nicht behandeln lassen. Ärzte haben Corona-Behandlungen vorgezogen. Das ging auf Kosten vieler anderer Patienten,» sagte Msemburi.

(dpa)

Spahn begrüßt Verständigung bei digitalem EU-Impfnachweis

13:07
21.05.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Verständigung auf Details eines digitalen Corona-Impfnachweises in der EU begrüßt. Die Einigung auf einen Rechtsrahmen und Standards sei so gelungen, dass Deutschland mit den aufgesetzten Prozessen auf dem richtigen Weg sei, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. Die EU habe die Chance, damit einen Maßstab zu setzen - wenn man einen QR-Code mit dem Handy etwa im Restaurant vorzeige und dies in Italien, Finland oder Portugal als Impfnachweis erkannt werde. «Dann ist das weltweit einmalig, dass es einen digitalen Impfpass gibt, der mehr als eine Insellösung einer Nation ist.»

Spahn bekräftigte, dass das der zusätzliche digitale Nachweis im Deutschland «in der zweiten Hälfte des zweiten Quartals» eingeführt werden solle.

Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich auf Details eines europaweiten Zertifikats zum Nachweis von Impfungen, Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen geeinigt. Das teilte die portugiesische Ratspräsidentschaft am Donnerstagabend mit.

(dpa)

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