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Betriebsärzte müssen bis Freitag Corona-Impfstoff bestellen

11:38
20.05.2021
Die geplanten Corona-Impfungen für Beschäftigte über ihre Firmen nehmen konkretere Formen an. Für den vorgesehenen Start ab dem 7. Juni müssen Betriebsärzte bis diesen Freitag Impfstoff bei Apotheken bestellen - für die erste Woche zunächst begrenzt auf jeweils höchstens 804 Dosen des Präparats von Biontech/Pfizer. Das geht aus einer Handreichung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) hervor, über die zuerst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Donnerstag). Auch die «Rheinische Post» berichtete.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Zeitung: «Je mehr Ärzte impfen, desto schneller läuft die Impfkampagne.» Außerdem komme bald eine Phase, in der jene zu überzeugen seien, denen der Weg zum Arzt oder ins Impfzentrum zu weit sei. «Gelegenheit macht Impfung», sagte Spahn mit Blick auf Angebote direkt über Betriebe.

Anspruch auf eine Corona-Impfung über Betriebsärzte sollen «alle Betriebsangehörigen» haben. Dies soll unabhängig vom Wohnsitz oder dem gewöhnlichen Aufenthaltsort gelten - also auch für Grenzpendler und Saisonarbeiter, heißt es im Entwurf für eine erneute Änderung der Impfverordnung, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Auch wenn Impfungen in Betrieben gemacht werden, sollen sie demnach bei Haftungsfragen nicht als betrieblich veranlasst gelten, sondern sind Teil der staatlichen Impfkampagne. Festgehalten wird zudem, dass die Impfungen freiwillig sind und ein «Erfüllungsverhältnis» allein zwischen dem Betriebsarzt und den Anspruchsberechtigten bestehe. Voraussetzung für Betriebsärzte soll sein, dass sie sich an das zentrale System zur Meldung von Impfdaten anbinden.

Die Neufassung der Impfverordnung soll am 7. Juni in Kraft treten. Sie setzt auch den Beschluss von Bund und Länder um, dass ab dann die noch geltende Priorisierung mit einer festen Reihenfolge entfällt.

(dpa)

WHO Europa: Fortschritt im Corona-Kampf ist fragil

11:37
20.05.2021
Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt angesichts sinkender Corona-Zahlen in Europa vor einem vorzeitigen Nachlassen im Kampf gegen die Pandemie. Die Zahl der nachgewiesenen wöchentlichen Neuinfektionen in der europäischen Region sei zwar innerhalb eines Monats von 1,7 Millionen um rund 60 Prozent auf knapp 685 000 in der vergangenen Woche zurückgegangen, sagte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am Donnerstag auf seiner regelmäßigen Online-Pressekonferenz in Kopenhagen.

«Aber dieser Fortschritt ist zerbrechlich. Wir waren hier schon einmal. Lasst uns nicht dieselben Fehler machen, die zu dieser Zeit im vergangenen Jahr gemacht wurden», sagte Kluge. Diese Fehler hätten zu einem Wiedererstarken des Coronavirus sowie dazu geführt, dass die europäischen Gesundheitssysteme, Gemeinschaften und Volkswirtschaften erneut die volle Kraft der Pandemie gespürt hätten.

«Wir haben unsere Lektion auf die harte Weise gelernt», sagte Kluge. Nun gehe es in die richtige Richtung. Dennoch müsse man das Virus weiter aufmerksam im Auge behalten. Die Pandemie sei noch nicht vorbei. Die im Sommer erwartete zunehmende Mobilität sowie mehr Aktivitäten und Zusammenkünfte könnten wieder zu mehr Infektionen in Europa führen. Während man weiter Vorsicht walten lassen müsse, mögen die Corona-Impfstoffe zwar ein Licht am Ende des Tunnels sein. «Aber wir dürfen uns von diesem Licht nicht blenden lassen», sagte Kluge.

Die WHO zählt zur Region Europa insgesamt mehr als 50 Länder, neben der EU sind darunter zum Beispiel auch die Türkei, Russland und die Ukraine. In dieser Region hat es nach WHO-Angaben bislang knapp 54 Millionen gemeldete Corona-Infektionen sowie rund 1,13 Millionen damit in Verbindung stehende Todesfälle gegeben.

(dpa)

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