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Studenten beklagen vor Gespräch mit Kretschmann fehlende Hilfen

04:01
20.05.2021
Vor einem gemeinsamen Gespräch von Studenten mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat die Landesstudierendenvertretung die teils prekäre Situation der angehenden Akademiker in der Corona-Krise beklagt. «Viele Studierende befinden sich weiterhin in einer schweren finanziellen Notlage», sagte Präsidiumsmitglied Andreas Bauer von der Hochschule Mannheim.

«Die politische und mediale Aufmerksamkeit lag vor allem bei den Schulen und weniger bei den Studierenden.» Die wirtschaftlichen und akademischen Nachteile der Studierenden seien kaum diskutiert worden, kritisierte Bauer vor dem sogenannten StudiGipfel des Regierungschefs am Donnerstag (16.00 Uhr).

Den Sorgen und Nöten wollen Kretschmann und Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (beide Grüne) in einem Video-Gespräch mit Studierenden Aufmerksamkeit schenken. Im Mittelpunkt sollen die Lehren aus der Pandemielage stehen. Auch Vertreter der Hochschule und der Studierendenwerke sind beteiligt.

Im Vorfeld rief Ministerin Bauer die Hochschulen auf, die neuen Spielräume für Tutorien, Gruppenarbeit und gemeinsame Lernräume zu nutzen. Die jüngste Änderung in der Corona-Verordnung ermögliche bereits im laufenden Sommersemester mehr Präsenz über die bisher notwendigen Laborpraktika oder praktische Bestandteile im Studium hinaus. Es sei höchste Zeit für die lange vermisste Begegnung mit Studierenden statt Software, sagte Theresia Bauer.

Sie äußerte Verständnis für die Kritik von Studenten an mangelnder Aufmerksamkeit: «Die Studierenden standen viel zu lange nicht im Fokus», sagte die Grünen-Politikerin. Anfang März hatte bereits Kretschmann bei einem Video-Gespräch mit Studierenden aus Heidelberg eingeräumt, die Gruppe der Studenten zu wenig im Blick gehabt zu haben. In der Krise beschäftige man sich am meisten mit denjenigen, die am schwersten gebeutelt seien, in diesem Fall seien das die Alten und die Kinder.

Studentenvertreter Bauer forderte die Landesregierung unter anderem auf, die besonders betroffenen Studierenden aus Nicht-EU-Ländern zu entlasten. Studierenden im Zweitstudium sollten die Studiengebühren erlassen werden, sagte er. Den Studenten seien Jobs und damit Einnahmequellen weggebrochen. «Vor allem an den Musik- und Kunsthochschulen ist das ein Riesenthema», sagte der Mannheimer Student. Auch sei es wichtig, das Bafög-System zu reformieren, durch das der Staat Studenten finanziell unterstützt. «Die Pandemie hat die Schwächen des Bafög aufgezeigt, das nur noch ein Bruchteil der Studierenden erhalten», sagte Bauer.

(dpa/lsw)

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