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Corona lässt Zahl der Minijobber auf Tiefstand sinken

14:32
11.05.2021
Die Corona-Pandemie hat der Zahl der Minijobber im gewerblichen Bereich auf die niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2004 sinken lassen. Ende März waren knapp 5,6 Millionen geringfügig Beschäftigte in gewerblichen Berufen gemeldet, wie die Minijob-Zentrale in Bochum am Dienstag mitteilte. Das waren rund 254 000 weniger als Ende Dezember und fast 811 000 weniger als vor einem Jahr zu Beginn der Pandemie.

«Mit der Reduzierung von Minijobs konnten Arbeitgeber schnell und flexibel auf das fehlende Arbeitsaufkommen reagieren - insbesondere in den von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Bereichen
der Gastronomie und des Einzelhandels», sagte die Leiterin der Minijob-Zentrale, Peggy Horn. Mit dem erwarteten Aufschwung gerade in diesen Wirtschaftsbereichen werde im 2. Halbjahr aber auch die Zahl der Minijobber schnell wieder steigen und sich auf das Vorkrisenniveau einpendeln.

Nur wenig betroffen von der Krise hätten sich die Minijobs in den Haushalten gezeigt. Ihre Zahl sei seit Beginn der Pandemie nur um rund 11 000 auf gut 284 000 Haushaltshilfen zurückgegangen.

Die Minijob-Zentrale ist die zentrale Einzugs- und Meldestelle für alle geringfügigen Beschäftigungen in Deutschland und gehört dem Verbund der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See an.

(dpa)

Initiatoren: Tübinger Modell als Basis für Lockerungen im Südwesten

14:00
11.05.2021
Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und die Notärztin Lisa Federle raten zum Tübinger Modellversuch als Grundlage für Lockerungsschritte in Baden-Württemberg. «Im Ergebnis kann empfohlen werden, die anstehenden Öffnungen im Abklingen der dritten Welle nach dem in Tübingen erprobten Modell durchzuführen», schrieben sie gemeinsam mit Peter Kremsner und Peter Martus vom Universitätsklinikum Tübingen in ihrem Abschlussbericht an das Sozialministerium am Dienstag.

In Tübingen durften vom 16. März an Einzelhandel, Kino, Theater und anfangs Außengastronomie öffnen. Besucher mussten einen negativen Corona-Test vorweisen, wozu die Stadt neun Stationen aufgebaut hatte. Die Bundesnotbremse beendete das Projekt am 24. April.

Den Initiatoren zufolge ist der Versuch erfolgreich verlaufen. Die Öffnungen hätten nicht zu einem messbaren Anstieg der Infektionen geführt, hieß es in dem Bericht. Die Inzidenz in der Stadt war von 20 zu Versuchsbeginn zwischenzeitlich auf 110 gestiegen, kurz zurückgegangen und wieder auf 114 gestiegen. Dem Bericht zufolge lag der erste Sprung auch an einem Corona-Ausbruch in der Tübinger Landeserstaufnahmestelle. Im ganzen Landkreis hatte die Inzidenz zwischenzeitlich bei 200 gelegen.

An den Teststationen wurden im Versuchszeitraum rund 165 000 Tests durchgeführt und etwa gleich viele in Betrieben, Kitas und Schulen. Das ergab Testkosten von 3,5 Millionen Euro, von denen der Bund 2,5 Millionen übernimmt. Die Kosten seien volkswirtschaftlich gut vertretbar.

Nach Ansicht der Initiatoren kompensiert der Kontrolleffekt der vielen Tests die zusätzlichen Risiken durch mehr Kontakte in Handel, Gastronomie und Kultur. In der Bevölkerung gebe es Akzeptanz für den Modellversuch. In einer Phase, in der die Stadt mit Tagestouristen überfüllt gewesen sei, habe es aber kritische Stimmen gegeben.

(dpa)

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