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20210509074046

DFB-Arzt Meyer hofft auf Abrüstung der Corona-Schutzmaßnahmen

07:37
09.05.2021
Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer, der auch die Task Force «Sportmedizin/Sonderspielbetrieb» in der Corona-Krise leitet, erwartet ein Zurückfahren der Hygienemaßnahmen zur neuen Bundesliga-Spielzeit. «Ich hoffe und glaube, dass die Schutzmaßnahmen in der nächsten Saison deutlich abgerüstet werden können», sagte Meyer der «Welt am Sonntag». Der Mediziner setzt dabei auf eine hohe Impfquote bei den Profifußballern, eine, die «noch deutlich über der Impfquote in der Allgemeinbevölkerung liegt».

Auch die Geisterspiele, die mit ein paar Ausnahmen seit einem Jahr Realität im deutschen Fußball sind, könnten dann ein Ende haben, glaubt Meyer. Die Zulassung von Zuschauern ab Sommer hält der Arzt für realistisch. «Sicher nicht gleich wieder 100 Prozent, aber Geisterspiele werden hoffentlich nicht mehr notwendig sein, wenn wir davon ausgehen, dass die infektiologischen Prognosen zutreffen.»

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hatte die derzeitigen Corona-Regeln für den Saisonendspurt verschärft und die Quarantäne-Trainingslager ab 12. Mai beschlossen, um weiteren Spielabsagen vorzubeugen. «Wenn es keine Kontakte nach außen gibt, kann auch nichts in den abgeschirmten Bereich mit Mannschaft, Trainern und Betreuern hineingetragen werden», sagte der 53 Jahre alte Mediziner. Dies bedeute zwar keine hundertprozentige, aber «die maximal machbare Sicherheit».

(dpa)

Ethikratsvorsitzende sieht soziale Spannung wegen Corona-Auflagen

07:19
09.05.2021
Die Aufhebung von Corona-Auflagen für Geimpfte und Genesene belastet nach Einschätzung des Deutschen Ethikrats vor allem die jüngere Generation und wird in der Gesellschaft zu Konflikten führen. Ethikratsvorsitzende Alena Buyx sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Online Sonntag, Print Montag): «Kinder, Jugendliche, Auszubildende und Studentinnen sind nicht geschützt und dürfen weniger. Geimpfte dagegen haben den doppelten Vorteil: Sie sind geschützt und dürfen mehr.» Damit gebe es ein echtes Solidaritäts- und Gerechtigkeitsproblem mit sozialer Spannung.

«Man muss aufpassen, dass die Spannung nicht zur Spaltung wird», sagte Buyx. «Ich erwarte von der Politik, dass sie diese temporär ungerechte Situation ernst nimmt, anspricht und gestaltet.» Es müsse Angebote für diejenigen geben, die ungeimpft weniger Freiheiten hätten. «Man könnte die freiwerdenden Testkapazitäten Familien und jungen Menschen anbieten.» Auch eine Erhöhung des Impftempos könne zu einer gesellschaftlichen Entspannung beitragen. Es brauche auf jeden Fall «große und kreative Förderprogramme» für die junge Generation, um die verschiedenen Belastungen und Rückstände zu kompensieren.

Für vollständig gegen Corona Geimpfte und Menschen, die eine Infektion nachweislich schon durchgemacht haben, sind seit diesem Sonntag bundesweit wesentliche Einschränkungen aufgehoben. 

(dpa)

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