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Dienstag, 6. April

Spahn dringt auf bundesweit einheitliches Vorgehen

19:16
06.04.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt auf ein bundesweit einheitliches Agieren von Bund und allen Ländern gegen die Corona-Pandemie. Entscheidend sei nicht, auf welchem Weg dies erreicht werde, ob durch mehr Bundeskompetenzen oder Absprachen der Länder: «Entscheidend ist, dass es passiert», sagte der CDU-Politiker am Dienstagabend in der ARD. Es brauche «möglichst große Einheitlichkeit und Einigkeit (...) zwischen Bund und vor allem auch möglichst allen 16 Ländern, vor allem darüber, dass die Inzidenz nicht über 100 steigen darf und sollte, ohne dass dann eben auch sehr stark Maßnahmen ergriffen werden».

Impfen und Testen allein könnten die dritte Welle nicht brechen, sagte Spahn. Es müssten auch Kontakte und damit Infektionen reduziert werden. Dabei seien die privaten Kontakte, Schulen beziehungsweise Kitas sowie das Arbeitsleben die drei Hauptbereiche, die in den Blick zu nehmen seien. «Es geht um einen Lockdown, der die Welle so bricht, dass wir anschließend mit viel mehr Tests, mit mehr Sicherheit bestimmte Bereiche öffnen können und dann in einem nächsten Schritt mit dem Impfen dann den entscheidenden Unterschied machen können», erklärte der Minister. Und er bekräftigte das bisherige Versprechen: «Wir werden im Sommer alle impfen können.»

In einem Tweet machte er ferner bekannt, dass seine Eltern im heimatlichen Münsterland mit dem Impfstoff von Astrazeneca geimpft wurden, der nach Komplikationen bei jüngeren Impflingen nur noch für über 60-Jährige eingesetzt wird. «Termin online unter 116117.de gebucht, vor Ort lief alles reibungslos und fürsorgend. Ein großes Danke an alle, die jeden Tag bei unserer Impfkampagne mithelfen», schrieb Spahn auf Twitter.

(dpa)

Astrazeneca-Vakzin: Britische Medizinbehörde prüft Thrombosefälle

18:51
06.04.2021
Die britische Arzneimittelbehörde untersucht Fälle von seltenen Blutgerinnseln im Gehirn nach einer Impfung mit dem Präparat von Astrazeneca. Das teilte die Medicines and Healthcare Regulatory Agency (MHRA) am Dienstag mit. Zuvor hatte es einen Medienbericht gegeben, wonach die Behörde erwägt, das Präparat nicht mehr für unter 30-Jährige zu empfehlen.

«Unsere gründliche und detaillierte Untersuchung zu Berichten von sehr seltenen und spezifischen Arten von Blutgerinnseln mit einer geringen Anzahl an Blutplättchen nach einer Impfung mit Astrazeneca wird fortgeführt, sagte MHRA-Chefin June Raine der Mitteilung zufolge. Eine regulatorische Entscheidung sei noch nicht gefallen, betonte sie jedoch. Die Behörde rief dazu auf, Impftermine weiterhin wahrzunehmen.

Wie die BBC berichtete, wurde auch eine klinische Studie mit dem Impfstoff der Universität Oxford an Kindern für die Dauer der Überprüfung vorsorglich gestoppt.

In Deutschland hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wegen der Thrombose-Fälle, die vor allem bei jungen Frauen auftraten, beschlossen, das Präparat in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre zu verabreichen - für jüngere Menschen ist eine Impfung damit nur nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich.

In Deutschland waren bis Anfang vergangener Woche 31 Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung gemeldet worden, wie das Paul-Ehrlich-Institut kürzlich berichtete. Etwa drei Millionen Menschen hatten das Mittel bis dahin verabreicht bekommen. In Großbritannien sind bei mehr als 18 Millionen Impfungen mit Astrazeneca insgesamt rund 30 Fälle von seltenen Blutgerinnseln gemeldet worden, wie die MHRA vergangene Woche mitteilte. Wie sich die verhältnismäßig höhere Zahl an Fällen in Deutschland erklären lässt, ist noch unklar.

(dpa)

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