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Virologin Ciesek sieht Öffnungsstrategien kritisch

18:03
06.04.2021
Die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht Öffnungsstrategien wie etwa im Saarland oder in Modellregionen kritisch. «Die Verantwortung wird auf den Bürger abgewälzt», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast «Das Coronavirus-Update». «Wenn geöffnet wird, muss dem Bürger klar sein, dass das nichts mit Sicherheit zu tun hat.» Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, «dass das sicher ist», sondern jeder müsse individuell entscheiden, sich auf diese Freiheiten einzulassen oder auf Vorsicht zu setzen.

Auch wenn es bei der Entwicklung der Infektionszahlen vor Ostern eine gewisse Abflachung gegeben habe und in einigen Städten die Inzidenzwerte über Ostern gesunken seien, halte sie es für riskant, aus diesen Zahlen eine Ablehnung von Maßnahmen und Beschränkungen abzuleiten, sagte die Virologin. Zum einen werde bekanntlich über die Feiertage weniger getestet, zum anderen hätten womöglich manche Menschen vor Ostern Kontakte beschränkt, um dann an den Feiertagen Angehörige treffen zu können. «Man muss schon schauen, wie geht es nach Ostern weiter.»

Sorge bereite der Anstieg der Patienten in dem Krankenhäusern und der Zuwachs bei der Belegung der Intensivbetten durch jüngere Patienten, die zwar bessere Überlebenschancen als 80- oder 90-Jährige hätten, aber auch längere Zeit auf den Intensivstationen verbrächten - «Wochen oder auch Monate». Noch immer seien in den Intensivstationen Patienten der zweiten Infektionswelle - das sei eine ganz andere Ausgangslage als im vergangenen Sommer.

Ein Impfeffekt sei noch nicht in Sicht, sagte Ciesek. Es reiche nicht aus, auf den Effekt der Impfungen zu sehen und Kontaktbeschränkungen aufheben zu können. Wichtig sei zudem, dass Geimpfte nach der ersten Impfung nicht auf Vorsichtsmaßnahmen verzichteten. Nach der ersten Impfung gebe es die «gefährliche Phase», da sich Antikörper erst entwickeln müssten, sagte Ciesek über Leichtsinn bei denjenigen, die glaubten, nach der Impfung sofort vor einer Infektion geschützt zu sein.

(dpa)

Italiens Fußballverband: EM soll in Rom mit Fans im Stadion starten

18:02
06.04.2021
Nach Angaben des italienischen Fußballverbands Figc prüft die Regierung, bei der Fußball-Europameisterschaft Zuschauer im Olympiastadion in Rom zuzulassen. Verbandspräsident Gabriele Gravina habe von Gesundheitsminister Roberto Speranza eine Mittelung erhalten, dass trotz der Pandemie die Bedingungen für die Anwesenheit von Fans erarbeitet werden sollten, hieß es in einer Figc-Mitteilung vom Dienstag. Gravina sprach von einem «hervorragenden Ergebnis», das gut sei für das Land, nicht nur für den Fußball. Zuvor hatte die Europäische Fußball-Union UEFA mitgeteilt, dass die zwölf EM-Gastgeberstädte ihre Konzepte für die Ausrichtung der Partien eingereicht hätten.

Ein Expertengremium der Regierung in Rom sei beauftragt, die «besten Lösungen» für die Anwesenheit des Publikums im Olympiastadion im Juni zu finden. Die EM war wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben worden.

(dpa)

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