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Palmer: Tübinger Modellversuch läuft am Dienstag weiter

11:19
05.04.2021
Der Tübinger Corona-Modellversuch «Öffnen mit Sicherheit» kann unter den Bedingungen des Osterwochenendes auch am Dienstag weitergehen, obwohl im Landkreis die Notbremse greift. Das teilte die Stadt am Montag mit. Ob der modifizierte Modellversuch in Tübingen auch über den Dienstag hinaus fortgesetzt werde, entscheide die Landesregierung am Dienstag, hieß es von Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne).

Die Sieben-Tage-Inzidenz - also die Zahl der Corona-Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche - liegt in der Stadt Tübingen bei 89, im Landkreis bei 118,5. Zum Vergleich: Am 18. März betrug die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt noch 19,7.

Die Osterregelung besagt, dass Handel, Kultur und Gastronomie mit Testpflicht geöffnet bleiben. Dafür sind neun Teststationen in Betrieb. Tagestickets gebe es aber weiterhin nur für Menschen, die im Landkreis Tübingen wohnten oder in der Stadt Tübingen arbeiteten. «Die erweiterte Maskenpflicht und das Alkoholverbot gelten ebenfalls weiter», sagte Palmer. Auswärtige Gäste erhalten seit dem vergangenen Donnerstag kein Tagesticket mehr.

Am 26. März hatte das Land dem Antrag zugestimmt, den Modellversuch bis zum 18. April zu verlängern und die Ticketausgabe an Auswärtige zu begrenzen und über Ostern auszusetzen. Seit dem 16. März können sich Menschen in Tübingen an mehreren Stationen kostenlos testen lassen - mit der Bescheinigung des Ergebnisses können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Die Stadt sah den Erfolg des Versuchs allerdings durch eine wachsende Zahl an Tagesgästen zunehmend gefährdet und Kritik wurde laut.

(dpa/lsw)

Spahn: Impfen verhindert nicht die wachsende dritte Welle

10:31
05.04.2021
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat vor anhaltender Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus gewarnt. «Impfen verhindert nicht die dritte Welle, die dritte Welle wächst», sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin während eines Besuches im Impfzentrum Messe. Länder mit bereits höherer Impfquote wie Chile, Großbritannien oder die USA zeigte, dass Kontaktbeschränkungen weiter notwendig seien.

Spahn nannte die Situation auf den Intensivstationen und in den Kliniken angesichts steigender Auslastungszahlen besorgniserregend. «Wir müssen diese dritte Welle miteinander brechen und Kontakte reduzieren», sagte er. «Vor allem im privaten Bereich, in den Schulen, auf Arbeit, wo es eben geht.»

Der Minister appellierte an die Länder, «dort, wo eine Inzidenz von über 100 ist, die vereinbarte Notbremse konsequent umzusetzen, um die Zahlen runter zu bringen».

Zu Forderungen aus der CSU nach bundeseinheitlichen Regeln sagte Spahn, Ziel müsse sein diese Welle zu brechen. «Idealerweise gibt es ein bundeseinheitliches Vorgehen.» Der Mechanismus der Notbremse sei gemeinsam vereinbart. Danach müssten Landkreise, Regionen, Länder bei einer Inzidenz von mehr als 100 zusätzliche Beschränkungen regeln und Öffnung zurücknehmen.

«Deswegen ist nicht der Weg entscheidend, über den gerade so viel geredet wird. Ich finde viel entscheidender, dass es passiert, dass die Notbremse konsequent angewandt wird und dass wir diese Welle zügig besser früher als später brechen.»

Spahn machte sich erneut stark für Erleichterungen bereits geimpfter Menschen. Es gehe darum, vollständig Geimpfte so behandeln zu können wie negativ Getestete. Abstandsregeln, Hygiene oder medizinische Schutzmasken seien für negativ Getestete wie für vollständig Geimpfte weiterhin notwendig. Getestete und Geimpfte hätten dieselben Möglichkeiten. Es müsse klargestellt sein, dass das Infektionsrisiko durch Testung oder Impfungen reduziert sei.

(dpa)

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