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Corona verfestigt Zinsflaute - Altersvorsorge unter Druck

08:36
21.04.2021
Der Druck auf die Pensionskassen in der Zinsflaute wächst. Im vergangenen Jahr hätten rund 30 Pensionskassen finanzielle Unterstützung von ihren Trägerunternehmen oder Aktionären erhalten, die in der Regel auf mehrere Jahre gestreckt würden, berichtete Deutschlands oberster Versicherungsaufseher Frank Grund am Mittwoch. «Es bleibt aber abzuwarten, wie leistungsfähig die Trägerunternehmen selbst in der Corona-Krise bleiben.» Die Finanzaufsicht Bafin hält derzeit rund 40 der mehr als 130 Pensionskassen und rund 20 von 80 Lebensversicherern unter verschärfter Beobachtung.

Corona habe die größte Herausforderung für Pensionskassen und Lebensversicherer - das Niedrigzinsumfeld - noch verfestigt, sagte der Bafin-Exekutivdirektor bei der Online-Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht.

Erst jüngst hatte die Finanzaufsicht zwei Pensionskassen die Betriebserlaubnis entzogen, weil diese die Mindestkapitalanforderung nicht erfüllten und ihre Finanzierungspläne zur Beseitigung der Unterdeckung unzureichend seien. Die Untersagung war bereits 2018 angeordnet worden, nach einem Widerspruchsverfahren wurde sie am 1. Januar 2021 rechtskräftig.

Frank Grund zufolge haben Lebensversicherer einen größeren Spielraum zur Bewältigung der wegen der Corona-Krise wohl noch Jahre anhaltenden Niedrigzinsen am Finanzmarkt. Das gelte vor allem für Produkte im Neugeschäft, so Grund weiter. Erste Versicherer haben sich bei Neuverträgen beispielsweise von der vollständigen Garantie der eingezahlten Beiträge verabschiedet. In der Zinsflaute fällt es der Branche immer schwerer, die hohen Zusagen der Vergangenheit für den Altersvorsorgeklassiker am Finanzmarkt zu erwirtschaften.

Insgesamt zeigte sich Grund mit Blick auf die Lage der gesamten Versicherungsbranche verhalten optimistisch. «Für Entwarnung ist es dennoch zu früh», mahnte er. «Wir wissen nicht, wie sich die Corona-Pandemie weiterentwickelt und wie schnell sich die nationale und internationale Realwirtschaft erholt.»

(dpa)

Ifo: Meiste Landkreise in Krisenzeiten wirtschaftlich robust

08:35
21.04.2021
Mehr als 90 Prozent der Landkreise in Deutschland sind nach Einschätzung des Ifo-Institutes auch in Krisenzeiten wirtschaftlich robust. Landkreise mit einer breit aufgestellten Wirtschaftsstruktur und vielen hoch qualifizierten Arbeitnehmern könnten sich besonders schnell und vollständig von einem Konjunktureinbruch erholen, teilte das Institut am Mittwoch in Dresden mit - und verwies auf Untersuchungen zur Rezession 2008/2009. Dies lasse «für die gegenwärtige Corona-Rezession hoffen», sagte Ifo-Forscherin Mona Förtsch.

Die meisten Kreise haben sich laut dem Ifo Dresden nach der Finanzkrise 2009 schnell und vollständig erholt. «Eine diversifizierte Wirtschaftsstruktur und viele Unternehmensgründungen trugen offenbar zur Robustheit der Regionen gegen Krisen bei», hieß es. Besonders langsam hätten sich die Kreise erholt, die stark auf Verarbeitendes Gewerbe und Dienstleistungen fokussiert waren. Nur fünf Prozent der Landkreise hätten auch im Jahr 2017 noch nicht ihr Vorkrisenniveau erreicht. «Dabei handelt es sich vorwiegend um kreisfreie Städte in Westdeutschland, die vor der Krise ein sehr hohes Bruttoinlandsprodukt je Einwohner verzeichneten und denen die Finanzkrise einen starken Einbruch gebracht hatte.»

(dpa)

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