Letztes Update:
20210420181154
Kapitel

Dienstag, 20. April

Virologin Ciesek: Gefahr durch Impfung wird überschätzt

18:10
20.04.2021
Die Gefahr von Impfnebenwirkungen wird nach Ansicht der Frankfurter Virologin Sandra Ciesek in der Bevölkerung überschätzt. Das gelte auch für die Sinusvenenthrombosen nach einer Impfung mit Astrazeneca - selbst für junge Menschen, die nur selten schwer an Covid-19 erkrankten.

«Das ist sicherlich ein Problem: Durch diese ganzen Medienberichte und die Aufmerksamkeit auf dieses Thema wird das eigene Risiko, an einer Thrombose zu erkranken, eigentlich überschätzt», sagte die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt am Dienstag im NDR-Podcast «Das Coronavirus-Update».

Ciesek wies auf einen «Risiko-Rechner» der Universität Cambridge in England hin. Der vergleicht für bestimmte Altersgruppen, wie groß das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung ist und wie hoch das Risiko ist, nach einer Impfung mit Astrazeneca eine solche Thrombose zu bekommen. Die Berechnung zeige klar, «dass der Impfstoff bei weitem sicherer ist als das Risiko einer Covid-19-Infektion», betonte Ciesek.

Diese Schlussfolgerung gelte bei hohen Inzidenzzahlen sogar für jüngere Menschen, die ein relativ geringes Risiko für schwere Verläufe hätten. Bei 20- bis 30-Jährigen liege das Risiko, mit Covid-19 auf eine Intensivstation zu müssen, doppelt so hoch wie das Risiko einer ernsthaften Schädigung durch den Impfstoff. In der Altersgruppe zwischen 60 und 70 liege dieses Risiko mehr als 600 Mal höher.

Alkohol hat nach Ansicht der Virologin keinen großen Einfluss auf den Immunschutz. Allerdings sei es nicht ratsam, rund um einen Impftermin viel Alkohol zu trinken. «Große Mengen Alkohol sind schließlich Gift für den Körper. Und wenn der Körper nach einer Impfung mit der Immunabwehr beschäftigt ist, sollte man ihn nicht auch noch mit Giftstoffen belasten.»

(dpa)

Niederlande: Ende der Ausgangssperre - Geschäfte und Terrassen auf

18:09
20.04.2021
Trotz anhaltend hoher Infektionszahlen werden in den Niederlanden die Corona-Maßnahmen gelockert. Vier Monate nach Verhängung des strengen Lockdown wird die abendliche Ausgangssperre aufgehoben, und die Terrassen der Cafés und Geschäfte dürfen unter Auflagen wieder öffnen, kündigte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Den Haag an. Die Lockerungen sollen ab dem 28. April gelten. «Wir wagen das Risiko, am 28. April den ersten vorsichtigen Schritt zu machen», sagte der Premier.

Rutte räumte ein, dass die Lockerung angesichts der steigenden Zahlen riskant sei. Die Prognosen seien jedoch vorsichtig optimistisch. In den vergangenen sieben Tagen waren knapp 54 000 Neuinfektionen registriert worden, rund 5,3 Prozent mehr als in der Woche zuvor. Mit rund 280 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen sind die Niederlande nach wie vor ein Hochinzidenzland. «Der Druck durch die Corona-Epidemie auf Krankenhäuser, Gesundheitsämter und andere Dienste wie Hausärzte bleibt unvermindert hoch», teilte das nationale Institut für Gesundheit und Umwelt RIVM mit.

Die abendliche Ausgangssperre war Ende Januar eingeführt worden. Sie wird komplett aufgehoben. Der Besuch von «terrasjes» ist nach Mitteilung des Premier an Auflagen gebunden. So dürfen diese nur von 12 bis 18 Uhr geöffnet sein und nur eine begrenzte Zahl von Gästen aufnehmen. Vor allem Bürgermeister der Großstädte hatten gefordert, die Terrassen zu öffnen. Bei schönem Wetter sind die Parks oft überfüllt, dabei werden Abstandsregeln nicht eingehalten.

Auch Geschäfte dürfen ab 28. April wieder Kunden empfangen. Das «Shoppen mit Termin» wird abgeschafft. Die Niederländer dürfen ab Ende April auch wieder zwei Besucher statt bisher nur einen zu Hause empfangen. 

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen