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Argentinien startet Produktion von Corona-Impfstoff Sputnik V

18:09
20.04.2021
Als erstes Land in Lateinamerika hat Argentinien mit der Herstellung des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V begonnen. Der Pharmahersteller Laboratorios Richmond produziert nun zunächst eine erste Tranche, die dann zur Qualitätskontrolle zum Gamaleja-Institut in Moskau geschickt wird, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Juni wird die Produktion im großen Stil anlaufen. Der in Argentinien hergestellte Impfstoff soll später in andere lateinamerikanische Länder exportiert werden.

In Argentinien wird auch das Vakzin des Herstellers Astrazeneca produziert, das zur Abfüllung nach Mexiko geschickt wird. In der Impfkampagne in Argentinien kommt aber vor allem Sputnik V zum Einsatz. Bislang haben 12,3 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Dosis erhalten, 1,8 Prozent sind bereits vollständig geimpft.

Das südamerikanische Land erlebte zuletzt einen deutlichen Anstieg der Neuinfektionen. Die Regierung verhängte daraufhin für große Teile des südamerikanischen Landes wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. Im Großraum Buenos Aires gilt von 20.00 Uhr bis 6.00 Uhr eine Ausgangssperre. Alle sozialen, sportlichen, kulturellen und religiösen Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind untersagt. Schulen und Kindergärten sollen bis Ende April schließen.

(dpa)

Johnson & Johnson setzt Marktstart in Europa fort

16:53
20.04.2021
Der US-Hersteller Johnson & Johnson will die Markteinführung seines Corona-Impfstoffes in Europa fortsetzen. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit, nachdem die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) dem Präparat grünes Licht gegeben hatte.

(dpa)

Immunologe: EMA-Entscheidung ist nachvollziehbar

16:25
20.04.2021
Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie hält die Entscheidung der EU-Arzneimittelbehörde (EMA) zugunsten des Corona-Impfstoffs des Herstellers Johnson & Johnson für nachvollziehbar. «Vor dem Hintergrund, wie die EMA die ähnlichen Nebenwirkungen bei dem Impfstoff von Astrazeneca beurteilt hat, bin ich nicht überrascht», sagte der Immunologe Carsten Watzl vom Leibniz Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. «Weil es so wenige Geimpfte betrifft, ist der Nutzen größer als das Risiko.» Selbst eine 20-jährige Frau habe ein höheres Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf als für die Nebenwirkung einer Hirnvenenthrombose, betonte er.

Zuvor hatte die EMA nach der Prüfung sehr seltener Fälle von Hirnvenenthrombosen grünes Licht gegeben für den Corona-Impfstoff. Allerdings könne der Wirkstoff tatsächlich in sehr seltenen Fällen Blutgerinnsel auslösen, teilte die EMA in Amsterdam mit. Dies ähnele den Nebenwirkungen beim Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca.

Watzl geht davon aus, dass die Nebenwirkungen beider Impfstoffe auf dem gleichen Mechanismus basieren. «Das ähnelt einer Autoimmun-Erkrankung.» Der Körper der Betroffenen bilde sehr schnell - innerhalb von 4 bis 16 Tagen - Antikörper, die die Blutplättchen aktivierten und so die Thrombose-Neigung erhöhten. Gleichzeitig würden die Blutplättchen verbraucht. Diese spezielle Immunreaktion erklärt demnach auch das gehäufte Auftreten dieser Gefäßverschlüsse bei Frauen, die laut Watzl generell ein stärkeres Immunsystem haben als Männer.

Beim Präparat von Astrazenaca passiere das bei 1 von 100 000 Geimpften, beim Impfstoff von Johnson & Johnson nach derzeitigem Wissen deutlich seltener. In den USA waren nach etwa sieben Millionen Impfungen mit dem Johnson & Johnson-Präparat acht Fälle von Thrombosen bekannt geworden. 

(dpa)

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