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Ärztepräsident: Corona-Schwellenwert für Schulschließungen richtig

10:06
20.04.2021
Ärztepräsident Klaus Reinhardt hält den geplanten höheren Schwellenwert für Schulschließungen im Vergleich zu anderen Maßnahmen der bundesweiten Corona-Notbremse für gerechtfertigt. Er finde es «richtig und angemessen», dass versucht werde, Unterricht so gut es gehe aufrechtzuerhalten, sagte Reinhardt am Dienstag. Er verwies auf die Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern, die sich nicht daran orientiere, ob gerade coronabedingt Distanzunterricht stattfinde. Wo noch nicht für Schutzmaßnahmen wie Lüftungsanlagen gesorgt worden sei, müsse man dies aber nun tun.

Die Bundes-Notbremse soll an diesem Mittwoch vom Bundestag beschlossen werden und nach einer Befassung des Bundesrats rasch in Kraft treten. In einem ersten Entwurf des Bundes war unter anderem vorgesehen, dass Schulen in den Distanzunterricht wechseln müssen, wenn binnen einer Woche mehr als 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner registriert werden. Dies soll nach Plänen der Großen Koalition auf 165 gesenkt werden. Generell soll die Notbremse mit anderen stärkeren Beschränkungen ab einer Schwelle von 100 greifen.

Dazu gehören Ausgangsbeschränkungen von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr in Regionen mit hohen Corona-Zahlen. Dies sei eine geeignete Maßnahme, wenn der Fokus auf dem Signal liege, dass man sich nicht in privaten Räumen treffen solle, sagte Reinhardt. Läge er darauf, dass man sich nicht draußen aufhalten sollte, könnte dies aber kontraproduktiv sein. Generell sei es richtig, zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen und zur Entlastung von Kliniken zu ergreifen.

(dpa)

Mit Bundes-Notbremse-Gesetz auch mehr Kinderkrankentage

09:47
20.04.2021
Mit der geplanten Verabschiedung der sogenannten Bundes-Notbremse an diesem Mittwoch soll auch eine weitere Aufstockung der Kinderkrankentage beschlossen werden. Viele Familien litten unter der Doppelbelastung von Homeoffice und Homeschooling, schrieb SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich in einem Brief an die Mitglieder der SPD-Fraktion. «Um hier etwas Erleichterung zu schaffen, weiten wir den Rechtsanspruch auf Kinderkrankentagegeld aus.» Das Schreiben liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Das Bundeskabinett hatte den Schritt vor einer Woche auf den Weg gebracht.

Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt demnach noch einmal von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage. Für Alleinerziehende wird der Anspruch von 40 auf 60 Tage erhöht. Wegen coronabedingter Einschränkungen an Kitas und Schulen war die Anzahl der Krankentage Anfang des Jahres bereits pro Elternteil von 10 auf 20 verdoppelt worden, für Alleinerziehende von 20 auf 40 Tage.

Eltern können die Tage nutzen, wenn sie sich für die Kinder von der Arbeit freistellen lassen müssen, weil diese pandemiebedingt nicht in der Kita oder Schule betreut werden. Das ausgezahlte Kinderkrankengeld beträgt 90 Prozent des Nettoverdienstes.

(dpa)

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