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Lucha: Mitte April werden die meisten über 80-Jährigen geimpft sein

10:27
02.04.2021
Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) erwartet, dass der größte Teil der über 80-jährigen Impfwilligen in Baden-Württemberg bis Mitte April geimpft sein wird. Diese Gruppe zeige weiter eine hohe Impfbereitschaft, teilte Lucha am Freitag in Stuttgart mit. «Aktuell vermitteln allein unsere Call-Center 500 bis 1000 Menschen dieser Altersgruppe täglich ein Impfangebot», sagte Lucha. Laut Lucha waren 70 Prozent der bisher an Covid-19 Gestorbenen älter als 80. In Baden-Württemberg gibt es rund 720 000 Menschen in dieser Altersgruppe.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts wurden in Baden-Württemberg bisher mehr als 460 000 über 80-Jährige mindestens einmal geimpft, 340 000 haben bereits den vollen Schutz durch die Zweitimpfung. Das Gesundheitsministerium hatte in den vergangenen zwei Wochen die Termin-Vermittlung für über 80-Jährige auf der Warteliste noch einmal intensiviert.

«Im April stehen uns eine Million Impfdosen zur Verfügung. Wir haben ausreichend Kapazitäten in den Impfzentren. Zudem steigen die Hausärzte ein. Der April wird der Monat der über 70-jährigen werden. Unser Ziel ist, dass alle Impfwilligen am Ende des Monats auch einen Termin haben.»

(dpa)

Bisher rund 40 Lungen-Transplantationen bei Covid-19-Patienten

10:20
02.04.2021
Weltweit haben nach Angaben der Medizinischen Universität Wien bisher mindestens 40 Covid-19-Patienten als letzten Rettungsversuch eine neue Lunge erhalten. «Die Transplantation ist deutlich komplexer als bei anderen Patienten», sagte der Wiener Thoraxchirurg Konrad Hötzenecker am Freitag. Die Entfernung der vom Coronavirus zerstörten Lunge sei schwierig, außerdem seien die Patienten in einem äußerst schlechten Zustand. Die Überlebensrate nach der kritischen Frist von drei Monaten liege aber bei 95 Prozent. In Wien wurden zwölf der rund 40 den Experten bekannten Lungentransplantationen bei Covid-19-Patienten gemacht.

Als erster Patientin in Europa wurde an der MedUni Wien einer 44-Jährigen im Mai 2020 eine neue Lunge eingesetzt. «Ihr geht es gut. Sie führt inzwischen wieder ein normales Leben», sagte Hötzenecker, Leiter des Wiener Lungentransplantationsprogramms, das mit rund 100 Transplantationen pro Jahr gemeinsam mit jenen in Toronto, Cleveland und Hannover zu den größten der Welt gehört. Aufbauend auf der Wiener Expertise wurden nun zusammen mit Experten und Expertinnen aus den USA, Europa und Asien im Journal «The Lancet Respiratory Medicine» generelle Auswahlkriterien für eine Lungentransplantation im Fall von Covid-19 vorgestellt.

Klar sei, dass ein dermaßen komplexer Eingriff nur für Menschen infrage komme, die aufgrund ihres Alters und eines allgemein günstigen Gesundheitszustandes gute Chancen auf eine Genesung mit neuer Lunge hätten, so Hötzenecker. Als Kriterien für eine mögliche Transplantation wurden unter anderem das Ausschöpfen aller konservativen Therapieoptionen, keine Erholung der durch Covid-19 geschädigten Lunge trotz mindestens vierwöchiger Beatmung, mehrfacher Nachweis des irreversiblen Lungenschadens sowie das Fehlen relevanter Begleiterkrankungen vorgeschlagen.

Angesichts der dritten Corona-Welle erhalte die MedUni Wien wieder vermehrt Anfragen von Intensiv-Stationen, ob eine Transplantation infrage käme, so Hötzenecker. 

(dpa)

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