Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will am kommenden Mittwoch mit den Gesundheitsministern der Länder über die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zu Zweitimpfungen sprechen. Das kündigte der CDU-Politiker am Karfreitag per Twitter an. «Die ergänzte Empfehlung der Stiko zu Zweitimpfungen schafft Klarheit für die etwa 2,2 Mio Bürgerinnen und Bürger unter 60 Jahren, die in den letzten Wochen eine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben», so Spahn. «Sie können nach 12 Wochen ihre Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech oder Moderna) erhalten. Oder nach individueller Aufklärung im ärztlichen Ermessen Astrazeneca.»
Diese Zweitimpfungen stehen laut Spahn frühestens ab Mitte April an, da Astrazeneca erst seit Anfang Februar in Deutschland verimpft werde. «Am Mittwoch werde ich mit den Gesundheitsministern und -ministerinnen der Länder über das genaue Vorgehen sprechen», schrieb Spahn weiter.
In der am Donnerstagabend veröffentlichten Empfehlung heißt es mit Blick auf die betroffene Gruppe: «Für diese Personen wird empfohlen, anstelle der zweiten Astrazeneca-Impfdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen. Hintergrund hierfür ist, dass der von einer einmaligen Astrazeneca-Impfung ausgelöste Schutz nach 12 Wochen abzunehmen beginnt.» In Deutschland sind momentan die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.
Bund und Länder waren am Dienstag einer Empfehlung der Stiko gefolgt, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. Grund dafür waren 31 gemeldete Verdachtsfälle einer Hirnvenenthrombose. Davon verliefen neun Fälle tödlich. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko nur junge Menschen betrifft.