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Gericht prüft Verbote der Stuttgarter «Querdenker»-Proteste

07:33
15.04.2021
Die Verbote zweier Demonstrationen gegen die Corona-Politik am Samstag (17. April) haben ein gerichtliches Nachspiel. Es seien zwei Eilanträge gegen die Entscheidungen der Stadt eingegangen, sagte eine Sprecherin des Verwaltungsgerichts Stuttgart am Donnerstag. Spätestens am Freitag soll entschieden werden, möglich ist ein Beschluss aber auch schon im Laufe des Donnerstags. Zuerst hatten «Stuttgarter Nachrichten» und «Stuttgarter Zeitung» über die Eilanträge berichtet.

Mit dem Verbot wollte die Stadt vor allem Szenen wie am Karsamstag verhindern, als bei einer Demonstration der «Querdenker»-Bewegung bis zu 15 000 Teilnehmer ohne Mund-Nasen-Schutz und ohne Abstand unterwegs waren. Es waren mehr als 1000 Polizisten im Einsatz. Sie schritten aber kaum ein. Danach war eine Debatte entfacht, ob solche Veranstaltungen verboten werden könnten. Die Stadt hatte die Erlaubnis für die Demonstration verteidigt und auf das Versammlungsrecht verwiesen, das trotz Corona gelte.

Die Demos für den 17. April hatten nach Angaben der Stadt eine Initiative mit dem Namen «Es reicht uns» und die Gruppe «Querdenken 7171» für rund 1500 beziehungsweise 300 Teilnehmer angemeldet. Die Stadt hatte den Anmeldern die Verbotsbescheide am Montag zugeschickt, nachdem sie dies bereits am Donnerstag öffentlich bekannt gegeben hatte. Sie begründete die Bescheide mit der Unzuverlässigkeit der Anmelder. Die Polizei rechnet auch im Fall einer juristischen Bestätigung der Verbote mit Demonstranten in der Stadt und bereitet sich vor.

(dpa/lsw)

Palmer wirbt für Verlängerung seines Modellprojekts in Tübingen

07:32
15.04.2021
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) trommelt für eine Verlängerung seines Corona-Modellprojekts. «Wir haben in der Stadt nur 60 Prozent der durchschnittlichen Landesinzidenz und die Zahlen sind seit zwei Wochen stabil», sagte Palmer der «Südwest Presse» (Donnerstag). Am Vortag war bekannt geworden, dass Tübingen den Modellversuch für mehr Öffnungen in Corona-Zeiten infolge zahlreicher Tests verlängern möchte. Alles hänge davon ab, ob der Bund den Ländern die Freiheit lasse, Modellversuche weiterzuführen, sagte Palmer.

Der Modellversuch wurde zuletzt bis zum 18. April verlängert. Entscheiden darüber muss die Landesregierung. Das Sozialministerium tendiert nach Angaben einer Sprecherin vom Mittwoch dazu, es zunächst weiterlaufen zu lassen, wenn die Inzidenzlage vor Ort stabil bleibe - wegen der wichtigen Erkenntnisse und Erfahrungen, die aus dem Öffnungskonzept gezogen werden sollen.

Tübingen hatte mit dem Corona-Modellprojekt «Öffnen mit Sicherheit» bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Seit dem 16. März können sich Menschen in Tübingen an mehreren Stationen kostenlos testen lassen - mit der Bescheinigung des Ergebnisses, dem Tagesticket, können sie dann in Läden, zum Friseur oder auch in Theater und Museen gehen. Die Stadt sah den Erfolg des Versuchs allerdings durch eine wachsende Zahl an Tagesgästen zunehmend gefährdet und Kritik wurde laut.

(dpa/lsw)

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