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Seniorenrat: Großes Aufatmen in Senioreneinrichtungen

07:32
15.04.2021
Die Menschen in den Senioreneinrichtungen sind nach Auskunft des Landesseniorenrates von der Corona-Pandemie doppelt hart getroffen worden und können jetzt aufatmen. «Sie mussten zeitweise auf ihren Zimmern bleiben, es gibt bis heute kaum gemeinschaftliche Angebote, die Besuche von Angehörigen waren stark eingeschränkt. Am schlimmsten aber war, dass Menschen alleine gestorben sind», sagte der Vorsitzende des Landesseniorenrats, Eckart Hammer, der «Badischen Zeitung» (Donnerstag). Es gebe den Begriff des sozialen Todes, der vor dem körperlichen eintrete, sagte Hammer. «Einsame Menschen, das sagen Studien, haben aber tatsächlich auch eine deutlich kürzere Lebenserwartung als Menschen, die ein funktionierendes Netzwerk haben.»

In den Einrichtungen habe es eine sehr hohe Impfbereitschaft gegeben, sagte Hammer vor Beginn des baden-württembergischen Corona-Impfgipfels an diesem Freitag. Es hätten einige Ängste der Jüngeren keine Rolle gespielt. «Etwa ob die Impfungen das Erbgut schädigen oder unfruchtbar machen. Im hohen Alter sind diese Dinge nicht mehr so relevant».

Es sei ein großes Aufatmen zu spüren, weil auch wieder angstfreie Kontakte möglich seien, vor allem auch mit Kindern und Enkeln. Die Durchimpfung dieser besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe sei annähernd erreicht. «Nun kommen die nächsten Schritte – zurück zu einer Normalisierung des Lebens. Man darf da auch den Aspekt der Zeit nicht vergessen. Gerade bei den Hochaltrigen sind die verbleibenden Tage, Wochen und Monate gewichtiger als bei den Menschen, die ihr Leben noch vor sich haben.»

Um die Corona-Impfkampagne voranzutreiben, will Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag (11.00 Uhr) in einer Videoschalte mit Kommunalpolitikern sowie Vertretern etwa von Ärztekammer, Apothekerverband und Krankenhausgesellschaft sprechen.

(dpa/lsw)

Verband: Impfen in Hausarztpraxen läuft «sehr gut»

07:31
15.04.2021
Das Impfen in den Hausarztpraxen läuft aus Sicht des Hausärzteverbands hervorragend. «Wir haben im Vergleich zur Vorwoche die doppelte Menge an Impfungen erreicht. Der organisatorische Aufwand mit dem Impfstoff von Biontech ist zwar erheblich, aber nach den mir vorliegenden Ergebnissen in den Praxen läuft es sehr gut», sagte Berthold Dietsche, Vorsitzender des Hausärzteverbands Baden-Württemberg, dem «Südkurier» (Donnerstag). Man habe kein Problem, Patienten von Impfungen zu überzeugen. «Unser Problem ist es vielmehr, wie wir mit diesem lächerlich knappen Impfstoff den Bedarf decken können.»

Die Patienten seien endlos dankbar, sagte Dietsche dem Blatt. «Jeder Hausarzt hat in seiner Praxis lange Wartelisten von Patienten, die sich in der Praxis impfen lassen wollen, die weder Lust haben, in der 116117-Warteschleife zu verhungern, noch irgendwelche kollabierenden Homepages zu besuchen.»

Wenn man die Hausärzte ließe und mit Impfstoff versorgen würde, dann wäre das Thema Impfen in wenigen Monaten erledigt, sagte Dietsche. Die Impfzentren bräuchte man seiner Ansicht nach ab einer gewissen Zeit für einen Übergangszeitraum, aber dieser könne relativ kurz sein.

Die Verunsicherung bei den Patienten, was den Impfstoff von Astrazeneca angehe, sei erstaunlich gering, sagte Dietsche. «Wenn unsere Institutionen, zu denen ich Vertrauen habe, sagen, dass der Impfstoff sicher ist, dann gehe ich davon aus, dass er sicher ist. Genau das sage ich auch meinen Patienten.»

(dpa/lsw)

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