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20210414124959

Karliczek: Lernförderprogramm erst im kommenden Schuljahr

12:48
14.04.2021
Das Corona-Aufholprogramm von Bund und Ländern für Schüler soll nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek erst im Herbst starten. Man wolle ganz bewusst erst in das neue Schuljahr damit gehen, sagte die CDU-Politikerin am Mittwoch im Bundestag mit Blick auf die Belastungen für Familien und Schüler im laufenden Jahr. «Deswegen sollten wir ihnen jetzt nicht noch zusätzliche Aufgaben geben, sondern ab dem Herbst das Nachholprogramm starten.» Sie forderte die Länder - die für Schule selbst zuständig sind - dazu auf, jetzt Lernstände bei den Schülern zu erheben, weil sie nur dann gezielt nachsteuern könnten.

Bund und Länder beraten seit einiger Zeit über ein Nachhilfe-Programm. Es geht darum, wie viel Geld unter welchen Bedingungen Berlin den Ländern Geld bereitstellt, um Fördermaßnahmen für Schüler zu unterstützen, die durch Schulschließungen und Notbetrieb größere Lernrückstände aufgebaut haben. Im Gespräch ist bisher eine Milliarde Euro.

Laut Deutschem Lehrerverband sind seit Beginn der Pandemie 400 bis 600 Unterrichtsstunden weggefallen. Es wird davon ausgegangen, dass rund jeder fünfte der etwa 11 Millionen Schüler des Landes zusätzlichen Unterricht benötigt. Diskutiert wird über ein Angebot von zwei zusätzliche Stunden pro Woche im kommenden Schuljahr. Zum Einsatz kommen könnten Nachwuchslehrer im Studium, pensionierte Lehrkräfte, Volkshochschulpersonal aber auch externe Anbieter.

(dpa)

OECD: Schulen profitieren in Corona-Zeiten von Innovation

12:47
14.04.2021
Mit neuen Konzepten und Pragmatismus ist es nach Angaben der OECD einigen Ländern gelungen, trotz Corona-Pandemie den Schulunterricht im Klassenzimmer sicherzustellen. «Bildungssysteme, in denen die Lehrkräfte gewohnt sind, eine innovative Lernumgebung zu schaffen, sind auch in schwierigen Infektionslagen ganz gut und ohne lange Schulschließung durch diese Krise gekommen», sagte OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher am Mittwoch bei der Vorstellung einer Umfrage unter den Mitgliedstaaten. In Deutschland seien die Schulen vergleichsweise wenig geschlossen gewesen.

In vielen Ländern wurden demnach Präsenz- und Fernunterricht abgewechselt oder die Schüler in Schichten eingeteilt. Auch besonderere Förderangebote für benachteiligte Schüler oder Schüler, die keinen Zugang zu digitalen Lernangeboten hatten, waren häufig. Um die Unterrichtszeiten anzupassen, wurde etwa in Portugal und Brasilien das Schuljahr in die Ferien verlängert. Einige Länder setzten im Lehrplan schwerpunktmäßig auf die wichtigsten Fächer. «Da haben viele Länder relativ schnell reagiert», sagte Schleicher. Deutschland sei das nicht so gut gelungen.

Eine wichtige Lektion aus der Corona-Pandemie sei, dass digitale Alternativen für jüngere Schüler kaum funktionierten. «Der Präsenzunterricht ist gerade für jüngere Schüler durch nichts zu ersetzen.» Das hätten die meisten Länder auch verstanden, weshalb die Grundschulen oft offen waren, selbst wenn die weiterführenden Schulen geschlossen hatten. Der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gehören insgesamt 37 Mitgliedstaaten.

(dpa)

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