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Schulden für Corona-Hilfen: Brüssel stellt Anleihepläne vor

12:45
14.04.2021
Die EU-Kommission macht sich bereit für die größte Schuldenaufnahme ihrer Geschichte: Bis 2026 will sie für die europäischen Corona-Hilfen jährlich im Schnitt 150 Milliarden Euro am Kapitalmarkt leihen. Die Strategie dafür legte Haushaltskommissar Johannes Hahn am Mittwoch in Brüssel vor.

Die Kommission setzt auf Anleihen namens «EU-Bonds» mit Laufzeiten von drei bis 30 Jahren sowie auf «EU Bills» mit einer Laufzeit von unter einem Jahr. Die Papiere sollen über Banken sowie über Auktionen für institutionelle Anleger vertrieben werden.

Die EU-Staaten hatten sich im vergangenen Sommer auf ein schuldenfinanziertes Corona-Aufbauprogramm im Umfang von 750 Milliarden Euro geeinigt, genannt Next Generation EU. Die Summe bezieht sich auf Preise von 2018. In den jeweils aktuellen Preisen sind es bis zu 800 Milliarden Euro, die nach und nach am Kapitalmarkt finanziert werden sollen. Getilgt werden sollen die Schulden bis 2058 über den gemeinsamen EU-Haushalt.

Mit dem geplanten Anleiheprogramm würden Investoren nach Europa gebracht und die internationale Rolle des Euro gestärkt, erklärte Hahn. «Next Generation EU wird die europäischen Kapitalmärkte grundsätzlich verändern.» Und er fügte hinzu: «Die Botschaft ist klar: Sobald die Kommission rechtlich dazu in der Lage ist, Kredite aufzunehmen, sind wir bereit loszulegen.»

Die Rechtsgrundlage für die Kreditaufnahme für die Corona-Hilfen fehlt allerdings noch. Den nötigen Beschluss müssen alle 27 EU-Staaten ratifizieren. In Deutschland hat das Bundesverfassungsgericht dies auf eine Klage von Kritikern hin vorläufig gestoppt. Eine Entscheidung wird für die nächsten Wochen erwartet. Auch in anderen Staaten fehlt die Ratifizierung noch.

Die EU-Kommission hatte zwar auch in der Vergangenheit im kleineren Rahmen Schulden für einzelne Programme aufgenommen, zuletzt etwa für die Kurzarbeiterhilfen namens Sure. Das neue Programm ist aber viel umfangreicher und komplexer. Eine diversifizierte und flexible Strategie sei die Antwort, erklärte Hahn.

(dpa)

Religionsgemeinschaften gedenken gemeinsam der Corona-Toten

12:44
14.04.2021
Juden, Muslime, Aleviten und Christen in Mannheim trauern gemeinsam um die Corona-Toten. Ein zusammen erdachtes und formuliertes Gebet wird in den kommenden Tagen in den Gotteshäusern gesprochen. Dem Forum der Religionen Mannheim als Organisator war es nach Angaben vom Mittwoch ein Anliegen, das Gedenken an die Opfer der Pandemie unabhängig von ihrer Glaubenszugehörigkeit sichtbar zu machen. Die Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen, der Schmerz über einen einsamen Tod und ein Begräbnis in kleinem Rahmen seien individuell und träfen zugleich die ganze Gesellschaft. Vertreter aller Glaubensrichtungen stellten das Vorhaben am Mittwoch der Öffentlichkeit vor.

Begleitet auf den sozialen Medien soll das Gebet von diesem Donnerstag bis zum Sonntag in den Häusern der jüdischen Gemeinde, der christlichen Kirchen, der Muslime und der Aleviten gesprochen werden. Deutschlandweit liegt die Zahl der an oder mit Corona Verstorbenen bei über 79 000. In Baden-Württemberg sind 8981 Tote zu beklagen, in Mannheim 269.

(dpa/lsw)

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