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WHO: Kampf gegen Coronavirus ist an einem kritischen Punkt

15:24
12.04.2021
Im Kampf gegen das Coronavirus ist nach Überzeugung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ein kritischer Punkt erreicht. Die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle sei zum siebten Mal in Folge auch in der vergangenen Woche deutlich angestiegen, warnte die WHO am Montag in Genf. «Die Kurve der Pandemie wächst gerade exponentiell», sagte WHO-Expertin Maria Van Kerkhove. Vergangene Woche seien 4,4 Millionen Neuinfektionen gemeldet worden, vor einem Jahr seien es um diese Zeit etwa 500 000 Fälle gewesen. Die Lieferung und Verabreichung von Impfstoffen laufe zwar, aber das reiche zumindest aktuell nicht aus.

Hände waschen, Ansammlungen vermeiden, Masken tragen und Räume lüften sind laut WHO erprobte Maßnahmen, die auch jetzt helfen. Wenn Neuinfektionen zurückgingen, mache das auch das Auftreten von Virus-Varianten unwahrscheinlicher. Stand jetzt gelte aber: «Die Pandemie ist weit davon entfernt, vorüber zu sein», warnte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

(dpa)

Offener Brief von Aerosolforscher: Sport im Freien ohne Gefahr

15:24
12.04.2021
Sportverbände haben auf einen Offenen Brief der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) an Bundeskanzlerin Angela Merkel reagiert und mehr Bewegungsmöglichkeiten im Freien gefordert. «Die Ausführungen der Gesellschaft für Aerosolforschung bestärken uns einmal mehr in der Position, die wir seit Monaten klar vertreten», sagte Rainer Koch, der für den Amateursport zuständige Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes, am Montag zum Offenen Brief, über den die ARD-Sportschau berichtet hatte. «Die Angst vor dem Amateurfußball als Corona-Treiber ist unbegründet.»

Die GAeF hatte in dem Schreiben vom Sonntag an die Kanzlerin kritisiert, dass «bis heute wesentliche Erkenntnisse unserer Forschungsarbeit nicht in praktisches Handeln übersetzt» worden sei. «Stattdessen werden eher symbolische Maßnahmen wie die Maskenpflicht beim Joggen erlassen, die keinen nennenswerten Einfluss auf das Infektionsgeschehen erwarten lassen.» Die Übertragung der Sars-Cov-2 Viren finde fast ausnahmslos in Innenräumen statt», betonten die Forscher. «Übertragungen im Freien sind äußerst selten.

«Die Diagnose haben wir, und wir haben das Rezept. Der Ball muss wieder rollen», sagte Koch. Der organisierte Vereinssport biete hier mit seinen Strukturen und bewährten Hygienekonzepten einen sehr wichtigen Anker, ohne pandemische Risikoquelle zu sein.

«Dieser Offene Brief der Aerosolforscher unterstreicht ja das, was wir schon lange sagen: Öffnet die Sportplätze und gebt unseren Vereinen die Möglichkeit, Amateursportlern jeder Altersklasse - zumindest im Freien - wieder ihren Sport zu ermöglichen», sagte Christian Dahms, Generalsekretär des Landessportbundes Sachsen, der ARD-Sportschau. «Die Vereine haben ihre Konzepte entwickelt und sind in der Lage, das Verhalten ihrer Sportler zu lenken, zu beobachten und auch zu kontrollieren.»

Dagegen teilt der Chefarzt des Deutschen Leichtathletik-Verbandes die Einschätzung der Wissenschaftler nur zum Teil. «Natürlich würde ich mich als Mediziner aus dem Sportbereich auch freuen, wenn angesichts solcher Untersuchungsergebnisse die Sportplätze wieder für alle geöffnet würden», sagte Andrew Lichtenberg der ARD-Sportschau. «Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass die neuen bislang bekannten Mutanten des Virus aggressiver sind und die Infektionsgefahr bei jüngeren Leuten gestiegen ist.» Dies müsse ernst genommen werden und man könne nicht einfach alles öffnen und laufen lassen.

(dpa)

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