Letztes Update:
20210414121032

Wirbel um chinesische Impfstoffe - Beamter beklagt «Missverständnis»

05:11
12.04.2021
Äußerungen eines hohen Gesundheitsbeamten Chinas haben Wirbel um die Wirksamkeit chinesischer Impfstoffe ausgelöst. Der Direktor des chinesischen Zentrums zur Prävention und Kontrolle von Krankheiten (CDC), Gao Fu, trat umgehend dem Eindruck entgegen, er habe erstmals eingestanden, dass chinesische Vakzine einen niedrigen Schutz böten. «Es war ein komplettes Missverständnis», sagte Gao Fu der Zeitung «Global Times» (Montagausgabe).

Er habe vielmehr eine «wissenschaftliche Vision» vorgelegt, dass eine Anpassung der Impfabfolge oder die Vergabe verschiedener Vakzine nacheinander auch Optionen sein könnten, den Schutz zu verstärken. «Wie ihre Wirksamkeit verbessert werden kann, muss von allen Wissenschaftlern in der Welt in Erwägung gezogen werden», betonte Gao Fu in dem Blatt, das vom kommunistischen Parteiorgan «Volkszeitung» herausgegeben wird und als englischsprachiges Sprachrohr dient.

Seine Äußerungen auf einer Konferenz am Samstag in Chengdu hatten viele Reaktionen ausgelöst, weil über chinesische Impfstoffe weniger Daten vorliegen als über westliche Vakzine. Unter dem Punkt «Wege zur Lösung des nicht hohen Schutzes vorliegender Impfstoffe» hatte Gao Fu nach Angaben der Zeitung «The Paper» (Pengpai Xinwen) gesagt: «Es ist auch notwendig, Wege zu prüfen, wie der niedrige Schutz bestehender Vakzine angegangen werden kann.»

Kritiker beklagen mangelnde Transparenz bei chinesischen Impfstoffen, die in Deutschland und vielen europäischen Staaten auch noch nicht zugelassen sind. Vor allem werden mehr Daten aus der dritten Phase klinischer Versuche gesucht. Da China das Coronavirus weitgehend im Griff hat und selbst kaum lokale Infektionen verzeichnet, sind bislang meist nur unterschiedliche Studien aus anderen Ländern veröffentlicht worden, wo die Impfstoffe zum Einsatz kommen.

Chinesische Impfstoffe werden auf herkömmlichem Wege hergestellt, während beispielsweise die Vakzine von Biontech/Pfizer oder Moderna auf Grundlage der modernen mRNA-Methode produziert werden.

(dpa)

Wirtschaftsweise Grimm befürwortet Testpflicht für Firmen

05:10
12.04.2021
Die Ökonomin Veronika Grimm befürwortet eine gesetzliche Verpflichtung für Unternehmen, ihre Beschäftigten auf Corona zu testen. «Das ist eine Herausforderung, bei der der Gesetzgeber tätig werden muss. Auch, weil nicht zu erwarten ist, dass flächendeckende Tests auf freiwilliger Basis mit ausreichender Konsequenz umgesetzt werden können», sagte das Mitglied des Sachverständigenrats der Bundesregierung dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zwar sei eine Testpflicht mit zusätzlichen Kosten für die Wirtschaft verbunden. «Aber die Infektionszahlen nicht verlässlich zu senken und niedrig zu halten, ist weitaus teurer.» Grimm regte aber an: «Gegebenenfalls muss es Zuschüsse für Unternehmen geben, die die Tests nicht aus eigener Kraft stemmen können.»

Von den Bundestagsparteien setzen sich SPD, Grüne und Linke für eine Testpflicht für Unternehmen ein. Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) kündigte an, er wolle die Testpflicht für Betriebe bereits am Dienstag im Kabinett durchsetzen.

Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund hält eine Selbstverpflichtung für unzureichend. «Es ist schlicht nicht verständlich, weshalb sich Menschen im Privatbereich seit gut einem Jahr bis hin zu ihren Grundrechten einschränken, aber die Regeln für die Arbeitgeber nach wie vor butterweich sind», sagte DGB-Chef Reiner Hoffmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dass sich die Arbeitgeber gegen verpflichtende Auflagen wehrten, sei nicht vertrauensbildend.

(dpa)

Alle externen Inhalte nachladen?
Datenschutzerklärung
nachladen