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«Wer sich auf Grundrechte beruft und im gleichen Atemzug andere Grundrechte buchstäblich mit Füßen tritt, muss auch damit rechnen, dass wir den ganzen Werkzeugkasten auspacken, den wir haben, um solche Veranstaltungen künftig zu unterbinden.» (Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl (CDU) am Freitag in Stuttgart zur der Debatte um weitere Verbote von Demonstrationen gegen die Corona-Politik.) 12:26
09.04.2021

Dr. Lisa Federle: An allen Schulen testen

12:25
09.04.2021
Die Tübinger Pandemie-Beauftragte Lisa Federle hält die vom Kultusministerium vorgesehene Schnelltest-Regelung in Bildungseinrichtungen für unzureichend. Corona-Schnelltests an Lehrkräften und Schülern in Präsenzunterricht müssten vorerst unabhängig von der Inzidenz durchgeführt werden, erklärte Federle in einer Pressemitteilung vom Freitag. Nach den Handreichungen des Ministeriums zur überarbeiteten Teststrategie des Landes sollen die verpflichtenden Schnelltests nur in Stadt- und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 pro 100 000 Einwohnern gemacht werden.

Damit ist Federle nicht einverstanden. Die Medizinerin und Initiatorin des Tübinger Corona-Modellprojekts sagte, eine niedrige Inzidenz müsse nicht bedeuten, dass es weniger Infizierte gebe. „Wir kennen die Dunkelziffer nicht“, sagte Federle. Diese Dunkelziffer könne nur durch vermehrtes Testen verringert werden. Sie schlägt vor, an den Bildungseinrichtungen alle Personen zwei- bis dreimal in der Woche zu testen. Genügend Testmaterial gebe es dafür.

Die Schnelltests in kurzen Intervallen seien vor allem auch deswegen notwendig, weil sich Schulen und Kindertagesstätten trotz geringer Präsenz zunehmend als Infektionsquellen erweisen. Dennoch muss die Öffnung der Schulen laut Federle dringend angestrebt werden, damit Kinder wieder in ihr normales Alltagsleben zurückkehren können. Federle: „Wir müssen die Teststrategien so anpassen, dass wir bestimmte Bereiche öffnen beziehungsweise offenlassen können, eben auch die Schulen.“

Die Ärztin weist auf die massiven psychischen Folgen der so lang andauernden Schließung der Schulen für die Kinder und Jugendlichen hin. Federle: „Damit werde ich in meinem Beruf täglich konfrontiert. Wir tragen Verantwortung für die Kinder, die oft nicht für sich selbst sprechen können.“

(pm)

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