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20210412204956

Bundesregierung will bundesweite Corona-Notbremse ziehen

19:17
12.04.2021
Das Bundeskabinett will am Dienstag bundesweit einheitliche Einschränkungen beschließen, um die immer stärkere dritte Corona-Welle in Deutschland zu brechen. 

Berlin - Dazu soll voraussichtlich das Infektionsschutzgesetz geändert werden. In einem neuen Paragrafen 28b soll festgelegt werden, was zu tun ist, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Inzidenz über 100 liegt, also binnen einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100 000 Einwohner kommen.

In den vorausgehenden Verhandlungen zwischen Bund und Ländern war für diesen Fall vorgesehen worden, dass der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung von 21 bis 5 Uhr bis auf Ausnahmen untersagt wird. Zuvor war stundenlang unter Hochdruck über die Regelungen verhandelt worden. Mehrere Beteiligte gingen davon aus, dass es nach stundenlangen Verhandlungen am Montag ein Einvernehmen geben würde, das eine Verabschiedung in der Ministerrunde am Dienstag möglich macht.

Möglichst in einem beschleunigten Verfahren sollten die Regeln dann vom Bundestag beschlossen werden und den Bundesrat passieren.
Neben der Novelle des Infektionsschutzgesetzes sollte dem Kabinett auch eine geänderte Arbeitsschutzverordnung mit einer Pflicht für Testangebote in Unternehmen vorgelegt werden. Der Entwurf der Verordnung sieht vor, dass die Unternehmen verpflichtend und in der Regel einmal in der Woche Tests zur Verfügung stellen.

Die überarbeiteten Lockdown- und Testregeln sollen die Zahl der Infizierten, Covid-19-Kranken und Todesfälle so gering wie möglich halten, bis durch fortschreitende Impfungen ein Rückgang des allgemeinen Infektionsgeschehens erreicht ist.

Am Montag war die Inzidenz bundesweit auf 136,4 gestiegen - den höchsten Wert seit zwölf Wochen. Bundesweit lag sie in 305 Kreisen über 100 und in 24 davon sogar über 250. Der 7-Tage-R-Wert, der die Zahl der Ansteckungen durch eine oder einen Infizierten anzeigt, stieg auf 1,08.
Zudem lagen zuletzt 4662 Covid-19-Patienten auf der Intensivstation. 382 Menschen wurden binnen einem Tag neu aufgenommen, unterm Strich stieg die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten um 77. Mehr als 78 400 Menschen sind inzwischen in Deutschland an oder mit Covid-19 gestorben.

Zweitliga-Heimspiel des 1. FC Nürnberg gegen Kiel abgesetzt

19:06
12.04.2021
Der 1. FC Nürnberg hat am kommenden Wochenende spielfrei. Die für Samstag angesetzte Zweitliga-Partie von Holstein Kiel bei den Franken ist am Montag wegen der Corona-Zwangspause der Schleswig-Holsteiner abgesetzt worden. 

Nürnberg - Auch das drei Tage zuvor terminierte Punktspiel der Kieler gegen Hannover 96 findet nicht statt. Das teilte die Deutsche Fußball Liga am Montagabend mit.

„Da sich die Lizenzmannschaft des Clubs infolge einer entsprechenden Anordnung des zuständigen Gesundheitsamts aufgrund von Covid-19-Fällen in häusliche Quarantäne begeben musste“, könnten die beiden Begegnungen nicht wie geplant ausgetragen werden. Bereits am vergangenen Wochenende konnte das Heimspiel der Kieler gegen Jahn Regensburg nicht angepfiffen werden. Die Kieler liegen im Aufstiegskampf acht Punkte hinter Spitzenreiter VfL Bochum zurück. Der Tabellenvierte ist aber mit zwei Spielen in Rückstand. Die Quarantäne der Kieler endet am 20. April.

De Aufstiegskandidat sieht sich wegen der zweiten 14-tägigen Corona-Zwangspause binnen sechs Wochen vor enorme Probleme im Saisonendspurt gestellt. Es sei „vermutlich eine einmalige Situation, dass eine Profimannschaft innerhalb von anderthalb Monaten vier Wochen aus dem Trainingsbetrieb genommen wurde, während die Konkurrenz diese sechs Wochen komplett nutzten konnte“, äußerte Trainer Ole Werner. Einige seiner Spieler seien sogar zum dritten Mal in dieser Saison in Isolation.