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Piazolo wirbt für Testpflicht und Nachhilfeprogramme

11:45
09.04.2021

München - Zum Ende der Osterferien hat Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) für die ab Montag geltende Testpflicht an den Schulen geworben.

Sie sei angesichts steigender Corona-Infektionszahlen und ansteckenderer Mutationen "die Chance, Wechselunterricht und Präsenzunterricht aufrechterhalten zu können", sagte Piazolo am Freitag in München. Zugleich kündigte er ein dreistufiges Verfahren an, um durch die Pandemie entstandene Lernrückstände auszugleichen.

Spätestens nach den Pfingstferien sollen demnach Brückenkurse, Förderunterricht und Programme mit älteren Schülern als Tutoren starten. In den Sommerferien sollen Referendare und Studierende, aber auch Volkshochschuldozenten zwei Wochen lang Lücken in Mathe, Deutsch und den Fremdsprachen schließen. Im nächsten Schuljahr gebe es dann stark individualisierte Förderungen, erläuterte Piazolo. Insgesamt seien für die Unterstützungsprogramme 20 Millionen Euro eingeplant.

Wenn der Unterricht am Montag wieder losgeht, müssen sich alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von der Infektionslage mindestens zwei Mal pro Woche selbst in der Schule testen oder einen aktuellen PCR- oder Schnelltest vorlegen. Allerdings gibt es ab einer Inzidenz von 100 in der Regel Distanzunterricht. Nachdem freitags der Stichtag ist, erfüllen laut Pizaolo für kommende Woche nur noch 25 Landkreise und Städte die Voraussetzung für Wechselunterricht. 71 Regionen, in denen 46 Prozent aller Schüler leben, verzeichnen über 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche und bekommen daher mit wenigen Ausnahmen Distanzunterricht.

Intensivmediziner enttäuscht über Absage von Corona-Gipfel

10:59
09.04.2021
Intensivmediziner fordern umgehend einen harten Lockdown. Vorerst wird es aber keine Entscheidung gebe. Die geplante Ministerpräsidentenkonferenz wurde abgesagt.

Berlin - Deutschlands Intensivmediziner sind enttäuscht über die Absage des Corona-Gipfels von Bund und Ländern. Das Treffen war für Montag geplant gewesen.

Es werde in der kommenden Woche gar keine Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) geben, teilte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin mit.

"Das ist eine enttäuschende neue Situation", sagte Gernot Marx, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi). Er könne nur hoffen, dass es stattdessen zeitnahe alternative politische Entscheidungen gebe.

Die Divi forderte erneut einen umgehenden harten Lockdown von zwei bis drei Wochen, um die Zahl der Neuinfektionen in der Pandemie zu drücken.

25.000 Neuinfektionen pro Tag bedeuteten rund zwei Wochen später rund 350 bis 750 neue Intensivpatienten mit Covid-19, sagte Marx. Die Lage auf den Intensivstationen sei bereits jetzt dramatisch, einige Regionen könnten keine Covid-Patienten mehr aufnehmen, sagte Marx.

Da Kliniken darüber hinaus planbare Eingriffe absagen, um Intensivbetten freizuhalten, gebe es für andere Kranke bereits so etwas wie einen "Lockdown im OP", sagte Frank Wappler, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin.