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Opposition attackiert Corona-Kurs der Bundesregierung

16:27
03.03.2021
Die Opposition hat das Vorgehen der Bundesregierung mit Blick auf weitere Lockerungen von Corona-Beschränkungen scharf attackiert.

Berlin - Der Linke-Gesundheitspolitiker Achim Kessler sprach am Mittwoch im Bundestag von Versagen und rief die Regierung auf: „Hören Sie endlich auf, immer nur auf Sicht zu fahren.“ Die Diskussion über Öffnungsszenarien ohne breiten Zugang zu Impfstoff und zu kostenlosen Schnelltests gefährde die mühsam erkämpften Erfolge der vergangenen Monate. Kessler kritisierte, dass das Parlament zwar debattiere, dies aber keine Wirkung habe. Denn zeitgleich entschieden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten über weitere Maßnahmen.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen forderte dringend ein „Sicherheitsgeländer“ als Voraussetzung für weitere Öffnungen. Dazu müssten bundesweit alle positiven Corona-Tests auf ansteckendere Virus-Varianten untersucht werden. Flächendeckende und regelmäßige Schnell- und Selbsttests müssten zu „Gemeingut“ werden - nicht erst im April. Um beim Impfen vom Fleck zu kommen, müsse man Praxen und Betriebsärzte einbeziehen und sieben Tage die Woche impfen. Dass Millionen Dosen im Kühlschrank liegen, sei „ein Skandal“.

FDP-Fraktionsvize Michael Theurer forderte mehr Tempo und verwies darauf, dass in den USA vergleichsweise „mit Lichtgeschwindigkeit“ geimpft werde. Nötig sei auch mehr Ehrgeiz in der Teststrategie, um zu Öffnungen kommen zu können. Der AfD-Abgeordnete Bruno Hollnagel betonte mit Blick au Corona-Beschränkungen, Bewegungsfreiheit und die freie Berufsausübung seien „kein Privileg, sondern ein Grundrecht“. Nötig sei ein Erstarken der Wirtschaft, dafür sollten unter anderem teure Maßnahmen der Energiewende ausgesetzt werden.

Die SPD-Abgeordnete Martina Stamm-Fibich begrüßte, dass es endlich Vorschläge des Gesundheitsministeriums etwa für zwei kostenlose Schnelltests pro Woche gebe. Es sei allerhöchste Zeit, das Angebot auszuweiten. Klaus-Peter Willsch (CDU) sagte, Selbsttesten helfe, Eigenverantwortung zu tragen. Es sei auch eine Chance etwa für Gastronomie und Hotels, Gästen solche Tests anzubieten.

Krankenhäuser in Tschechien melden Rekordzahl an Covid-19-Patienten

16:02
03.03.2021
Die Krankenhäuser in Tschechien melden eine Rekordzahl an Covid-19-Patienten. Insgesamt werden 8162 Menschen stationär behandelt, der höchste Wert seit Beginn der Corona-Pandemie, wie am Mittwoch aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging.

Prag - Darunter waren mehr als 1660 besonders schwere Fälle, die künstlich beamtet werden müssen. In der Verwaltungsregion Pardubice in Ostböhmen wurde ein Notfallplan aktiviert, weil die Krankenhauskapazitäten vollständig erschöpft waren.

Die Krisenszenarien seien eingetreten, sagte Innenminister Jan Hamacek. Man stehe in Gesprächen über ausländische Hilfe. Deutschland stelle 19 Betten zur Verfügung – mit einer Option auf Dutzende. Die Schweiz sei bereit, ein Flugzeug zu entsenden und 20 Patienten aufzunehmen. Polen habe rund 200 Betten angeboten. Das Gesundheitsministerium in Prag plant, Hausärzte und ambulante Spezialisten zu Einsätzen in den Krankenhäusern zu verpflichten.

Angesichts der verzweifelten Lage sollen nun auch weitgehend unerprobte Medikamente versuchsweise eingesetzt werden. Im Universitätskrankenhaus in Brünn (Brno) trafen 10 000 Packungen des Antiparasitikums Ivermectin ein. Dafür hatte sich Regierungschef Andrej Babis persönlich eingesetzt: „Wir sagen, dass wir nicht auf klinische Studien warten können, lasst uns das versuchen.“

Derweil begannen große Firmen mit Corona-Massentests aller Mitarbeiter. Innerhalb der nächsten zwei Wochen sollen mehr als zwei Millionen Arbeiter und Angestellte mindestens einmal getestet werden. Das hatte die Regierung angeordnet. Die Behörden meldeten am Mittwoch 16 642 neue Corona-Fälle binnen 24 Stunden. Innerhalb von 7 Tagen steckten sich nach Berechnungen mehr als 780 Menschen je 100 000 Einwohner an. Seit Beginn der Pandemie gab es fast 1,3 Millionen bestätigte Infektionen und 20 941 Todesfälle.