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Spahn: 35.000 Arztpraxen starten mit Corona-Impfungen

10:49
01.04.2021
Nach Ostern werden jetzt auch die Hausärzte in die Schutzimpfungen gegen das Coronavirus eingebunden. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn spricht von einem wichtigen Schritt.

Berlin - Die Corona-Impfungen in Arztpraxen sollen nach Ostern beginnen und allmählich hochgefahren werden. "Das wird noch kein großer Schritt sein, aber ein wichtiger", sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin.

Für die erste Woche haben demnach 35.000 Hausarztpraxen 1,4 Millionen Impfdosen bestellt. Geliefert werden sollen entsprechend der Planungen von Bund und Ländern zunächst 940.000 Dosen. Daneben sollen die Impfzentren der Länder 2,25 Millionen Dosen pro Woche bekommen.

Spahn sagte, mit dem Impfstart in den Praxen würden nun Abläufe etabliert, um die Zahlen in wenigen Wochen deutlich steigern zu können. Ende April seien mehr als drei Millionen Dosen pro Woche für die Praxen vorgesehen. Der Impfstoff gehe vom Bund an den Großhandel und dann über die Apotheken an die Praxen. Begonnen werden solle mit den Hausarztpraxen, dann sollten auch Fachärzte einbezogen werden.

In den ersten beiden Wochen solle in den Praxen ausschließlich der Impfstoff von Biontech/Pfizer eingesetzt werden. Ab der Woche vom 19. April seien Biontech und Astrazeneca vorgesehen, danach Biontech, Astrazeneca und Johnson & Johnson. Spahn rief Bürger, die schon Termine in Impfzentren haben, dazu auf, diese auch wahrzunehmen.

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, sagte: "Zu den 430 Impfzentren, die wir bisher haben, kommen nach Ostern 35.000 weitere hinzu, und das ist kein Aprilscherz."

Steinmeier mit Astrazeneca geimpft - Seehofer will nicht

10:48
01.04.2021
Der Astrazeneca-Impfstoff hat keinen leichten Stand. Bundespräsident Steinmeier wirbt für das Vakzin und erhielt heute seine erste Impfung. Innenminister Seehofer hingegen will sich damit nicht impfen lassen.

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seine erste Corona-Schutzimpfung erhalten. Dem Staatsoberhaupt wurde im Bundeswehr-Krankenhaus in Berlin der Impfstoff von Astrazeneca gespritzt, wie das Bundespräsidialamt mitteilte.

Der Bundespräsident appellierte im Anschluss an alle Bürger, seinem Beispiel zu folgen: "Ich vertraue den in Deutschland zugelassenen Impfstoffen", betonte er in einer Mitteilung. "Heute habe ich meine Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten. Das Impfen ist der entscheidende Schritt auf dem Weg aus der Pandemie. Nutzen Sie die Möglichkeiten. Machen Sie mit!"

Steinmeiers Frau Elke Büdenbender, die bei der Priorisierung in einer anderen Stufe als ihr Mann ist, wurde nach dpa-Informationen bereits vor kurzem erstmals geimpft.

Der 65-Jährige hatte immer betont, dass er erst geimpft werden wolle, wenn er nach der Priorisierung an der Reihe sei. Dies trat nun dadurch ein, dass Bund und Länder am Dienstagabend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) gefolgt sind, das Präparat von Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren einzusetzen. Dadurch kann nun auch schon die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen für dieses Mittel in die Impfkampagne einbezogen werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte daraufhin an diese Altersgruppe appelliert, das Impfangebot auch anzunehmen. Nun sagte der CDU-Politiker, er freue sich darüber, dass der Bundespräsident sich schütze und damit auch ein Vorbild sei. Dies zeige, wie dieser kleine Piks einen großen Unterschied machen könne - für einen selbst, aber auch für alle im gegenseitigen Schutz.

In die Altersgruppe der 60- bis 69-Jährigen fällt auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU). "Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, ist für mich nähergerückt. Das ist richtig", hatte sie am Dienstagabend nach der Entscheidung von Bund und Ländern zum Impfstoff von Astrazeneca gesagt. Sie müsse sich aber erst einmal über das Verfahren in Berlin informieren.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (71) will sich nicht dem Vakzin von Astrazeneca impfen lassen. Das sagte eine Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung berichtet, Seehofer habe einen Appell von Spahn sich mit Vakzin impfen zu lassen, zurückgewiesen. "Ich lasse mich nicht bevormunden", sagte der CSU-Politiker demnach zu "Bild".