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Frühjahrsbelebung: Arbeitsmarkt in Deutschland trotzt der Corona-Krise weiter

12:12
31.03.2021
Der Arbeitsmarkt in Deutschland trotzt der Corona-Krise weiter. Fast 80.000 Menschen weniger sind arbeitslos als noch im Februar. Doch die Sorgen bleiben - auch wegen des Verhaltens in der Politik.

Nürnberg - Auf den ersten Blick könnte Detlef Scheele zufrieden sein: Der Chef der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit blickt im März auf einen Arbeitsmarkt, auf dem die Zahl der Menschen ohne Job gegenüber dem Februar um 77.000 zurückgegangen ist.

   

Trotz des immer wieder verlängerten Corona-Lockdowns ist der Rückgang sogar ein bisschen üppiger ausgefallen als um diese Jahreszeit ohnehin üblich. Stabilität also am Arbeitsmarkt trotz der Krise - wenn da nicht drei Sorgenkinder wären: Langzeitarbeitslose, der Ausbildungsjahrgang 2021 - und die Politik.

Die Halbherzigkeit bei der Umsetzung der Beschlüsse zu Anti-Coronamaßnahmen vor allem in einigen Bundesländern könnte nach Ansicht Scheeles dazu führen, dass letztlich auch die deutsche Industrie um Schließungen nicht herumkommt. Dann würde ausgerechnet das Zugpferd lahmen, das derzeit mit seinem Auftragsboom vor allem aus dem Ausland die gesamte Wirtschaft hochhält und an dem alle positiven Wachstumsprognosen hängen. Die derzeit geschlossenen Branchen wie Gastronomie, Touristik und stationärer Einzelhandel spielen nach Ansicht von Volkswirten für die Bruttowertschöpfung eine untergeordnete Rolle. Deshalb müsse alles getan werden, was möglich sei, um die Industrie am Laufen zu halten.

"Es wäre wahrscheinlich besser, kurz und hart einzugreifen", sagte Scheele und berief sich auf den Rat der Wirtschaftsforschungsinstitute. "Die Inzidenzzahlen, die die Virologen voraussagen, treten ja alle ein, das ist ja das Deprimierende. Das wusste man alles am 3. März." Bislang habe der Arbeitsmarkt als Stabilitätsanker in der Krise gewirkt.

Bei den Langzeitarbeitslosen, deren Zahl bereits die Grenze von einer Million deutlich überschritten hat, befürchtet Scheele eine weitere Steigerung. Wenn die Menschen, die bereits seit Beginn der Pandemie arbeitslos sind, vom Arbeitslosengeld in die Grundsicherung rutschen, werden sie auch als Langzeitarbeitslose gezählt. "Es gelingt zu wenig, den Arbeitslosen wieder eine Beschäftigung zu finden", sagte Scheele. Die vor der Corona-Krise zu beobachtende Sonderkonjunktur für Helferjobs wenig Qualifizierter sei vorbei - und werde wohl auch nicht wieder kommen, sagte er. "Es ist zu befürchten, dass wir mit einem gewissen Sockel aus der Pandemie herausgehen", sagte Scheele. "Ganz optimistisch sind wir nicht."

Biontech/Pfizer mit hoher Wirksamkeit bei Jugendlichen

12:11
31.03.2021
Immer mehr Studienergebnisse zur Wirksamkeit von Corona-Impfstoffen werden veröffentlicht. Biontech/Pfizer teilten nun erste Ergebnisse einer Studie mit Jugendlichen - mit erfreulichem Inhalt.

Mainz - Der Impfstoff von Biontech/Pfizer schützt Herstellerangaben zufolge auch Jugendliche zuverlässig vor einer Covid-19-Erkrankung.

Das geht aus Ergebnissen einer Studie mit 2260 jungen Menschen zwischen 12 und 15 Jahren in den USA hervor, die Biontech und Pfizer veröffentlichten. Die Teilnehmer hätten den Impfstoff gut vertragen. "Die Nebenwirkungen waren vergleichbar mit denen bei 16- bis 25-Jährigen", hieß es. Noch sind die Ergebnisse aber nicht von Experten begutachtet und in einem Fachjournal veröffentlicht.

Biontech und Pfizer planen nach eigener Aussage, die Daten in den kommenden Wochen bei der EU-Zulassungsbehörde EMA und dem US-Pendant FDA einzureichen. "Wir hoffen, dass wir dann schon vor dem Beginn des nächsten Schuljahres mit dem Impfen dieser Altersgruppe beginnen können", sagte Pfizer-Chef Albert Bourla laut Mitteilung. Bislang gibt es in der EU nur eine bedingte Zulassung für Menschen ab 16 Jahren.

In der zulassungsrelevanten Phase-3-Studie hat eine Hälfte der Teilnehmer den mRNA-Impfstoff bekommen, die andere Hälfte ein Placebomittel. Unter den ungeimpften Jugendlichen erkrankten später 18 an Corona, unter den Geimpften niemand. Darauf basierend geben die Hersteller die Wirksamkeit bei Jugendlichen mit 100 Prozent an. Zudem hätten Untersuchungen gezeigt, dass geimpfte Jugendliche eine sehr deutliche Antikörperantwort entwickeln.

Vor wenigen Tagen hatten Biontech und Pfizer bekanntgegeben, dass sie auch mit Studien bei jüngeren Kindern (ab sechs Monaten bis einschließlich 11 Jahren) begonnen haben.