In einem kleinen Landkreis wirken sich 20 neue Fälle gravierender aus als in einem großen, sagt Landrat Christian Meißner.
Lichtenfels - Die Schulen, Kitas sowie weitere Einrichtungen der Aus- und Fortbildung im Landkreis Lichtenfels bleiben zunächst auch bis einschließlich Freitag, 5. März , geöffnet, ungeachtet der Sieben-Tage-Inzidenz von 116. Das Landratsamt entscheidet am Freitagvormittag erneut anhand der vorliegenden aktuellen Infektionszahlen , was für Montag bzw. die kommende Woche gelten wird, wie es in einer Pressemitteilung des Landkreises heißt.
„Die Inzidenzen sind aktuell stabil im Landkreis“, erklärte Landrat Christian Meißner. Auch fielen bei der Inzidenzberechnung am Donnerstag 17 Fälle weg, sodass der Kreis hier, wenn keine neuen Fälle hinzukommen, bei einer Inzidenz von 95,8 liegen könnte. Am Freitag fielen weitere 19 Fälle aus der Berechnung. „Wir haben also einen gewissen Puffer bei möglichen neuen Fällen“, fasst Landrat Christian Meißner den Beschluss vom Mittwoch in der Führungsgruppe Katastrophenschutz zusammen.
Die Grundschüler und auch die Abschlussklassen seien viele Wochen überhaupt nicht in der Schule gewesen. Zwei volle Wochen Unterricht seien hier von großer Bedeutung für die Kinder und jungen Erwachsenen. In den nächsten Wochen kämen freiwillige Corona-Schnelltests für Lehrer und Schüler und auch der Freistaat habe angekündigt, die Regeln für Schulöffnungen und -schließungen anzupassen. Somit werde sich die Situation an den Schulen stabilisieren und auch planbarer werden.
Handlungsspielraum
Diese oben geschilderten 36 Fälle, die in den nächsten beiden Tagen aus der Inzidenz des Landkreises Lichtenfels wegfallen, machten beim Inzidenzwert ein Delta von 53,8 aus – rein rechnerisch halbiere sich dieser infolgedessen. Hier sehe man sehr deutlich, dass gerade für bevölkerungsschwache Stadt- und Landkreise unter 100.000 Einwohner eine alleinige Betrachtung der Inzidenz nicht zielführend sein könne. Im Landkreis bedeuteten 20 neue Fälle eine Inzidenzsteigerung von 29,9 Punkten, in einem Landkreis mit 150.000 Einwohner liege die Steigerung bei nur 13,3 Punkten. Der Landrat: „ Wir brauchen hier einen gewissen Handlungsspielraum und Flexibilität, die auch das Infektionsgeschehen vor Ort mit berücksichtigt.“