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20210328065444

Tirol und Tschechien keine Virusvarianten-Gebiete mehr

06:47
28.03.2021
Im Februar hatte Deutschland an den Grenzen zu Tschechien und Tirol die Einreisebestimmungen verschärft und Kontrollen eingeführt. Eine zentrale Grundlage ist jetzt weggefallen, doch sofortige Erleichterungen bedeutet das nicht.

Tschechien und Tirol sind in der Risikoeinstufung des Robert Koch-Instituts zurückgerutscht. Seit Sonntag 0.00 Uhr gelten sie nicht mehr als Virusvariantengebiet. Einreisen aus solchen Gebieten sind besonders strengen Regeln unterworfen. Sofortige weitgehende Lockerungen bedeutet die Änderung allerdings nicht. Wie es mit den geltenden Grenzkontrollen weitergeht blieb zunächst offen.

Die Einstufung als Virusvariantengebiet bringt unter anderem Einreisebeschränkungen, eine längere, 14-tägige Quarantäne ohne Möglichkeit sich nach fünf Tagen freizutesten und die Verpflichtung bereits bei Einreise einen negativen Coronatest vorzulegen mit sich. Die größte Veränderung ist für Tirol zu erwarten, das künftig nur noch als "normales" Risikogebiet gilt. Tschechien bleibt in der höheren Kategorie Hochinzidenzgebiet, so dass dort weniger Erleichterungen im Vergleich zu den aktuellen Regeln erwartet werden.

Für beide Länder gilt, dass die Einstufung als Virusvariantengebiet auch nach ihrem Ende noch einige Zeit nachwirkt. Für die verschärfte Test-, Anmelde- und Quarantänepflicht reicht es, sich in den zehn Tagen vor Einreise in einem Virusvariantengebiet aufgehalten zu haben, wie das bayerische Gesundheitsministerium mitteilte. Dies gelte auch, wenn das Gebiet zwischenzeitlich zurückgestuft worden sei, wie jetzt bei Tirol und Tschechien der Fall.

Zu Grenzkontrollen hieß es vom zuständigen Bundesinnenministerium, am Samstag, dass es noch keinen neuen Stand gebe. Am Freitag hatte es geheißen: "Die Entscheidungsprozesse zu den aus der veränderten Einstufung resultierenden Maßnahmen laufen noch." Das RKI hatte die Änderungen am Freitagnachmittag mitgeteilt.

In den betroffenen Regionen hatte die niedrigere Einstufung für Erleichterung gesorgt. In einem offenen Brief hatten mehrere bayerische Bürgermeister und die Präsidentin des Tiroler Landtags betont, dass die Beschränkungen "eine riesige Belastung für unsere Grenzregion und darüber hinaus" gewesen seien. Sie forderten, künftig auf "strenge Grenzmaßnahmen zwischen Tirol und Bayern" zu verzichten.

Inzidenz in Deutschland steigt auf knapp 130

06:45
28.03.2021
Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist ähnlich hoch wie seit Mitte Januar und liegt aktuell bei 129,7. Experten führen den Anstieg auf die weite Verbreitung ansteckenderer Varianten zurück.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt weiter. Zuletzt lag der Wert der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 129,7, wie aus Zahlen vom Morgen hervorgeht.

Damit ist der Wert ähnlich hoch wie seit dem 19. Januar (131,5) nicht mehr. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 7.35 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Samstag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 124,9 angegeben, am Freitag mit 119,1. Der Wert ist eine wichtige Kennzahl zum Pandemieverlauf. Vor einer Woche hatte er die 100er-Marke überschritten. Nachdem im Lockdown die Zahl der Neuinfektionen bis etwa Mitte Februar deutlich gefallen war, stieg die Zahl der Ansteckungen zuletzt wieder kräftig - was Experten auch auf die weite Verbreitung ansteckenderer Varianten zurückführen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 17.176 Fälle, tags zuvor waren es 20.472 neue Corona-Infektionen. Innerhalb von 24 Stunden wurden zuletzt 90 Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche wurden 13.733 Neuinfektionen und 99 Todesfälle innerhalb eines Tages gemeldet. Sonntags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden - er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Das RKI zählt seit Beginn der Corona-Pandemie 2.772.401 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die zahl der Genesenen liegt laut RKI bei 2.484.600. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.870.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstagabend bei 1,19 (Vortag 1,14). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 119 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.