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Schnell testen, schnell impfen

17:11
26.03.2021
Ein Zusatzkontingent macht es möglich: In der nächsten Woche sollen 4500 Spritzen gesetzt werden – und das nicht nur in der Kreisstadt.

Kronach - Der Landkreis Kronach will das Impftempo noch einmal steigern. 4500 Impfungen hat man sich laut Landratsamt für die nächste Woche vorgenommen: „Mit den Impfquoten liegt der Landkreis Kronach (14,3 Prozent Erst- und 5,8 Prozent Zweitimpfungen) nach wie vor über dem bayern- und deutschlandweiten Durchschnitt. Aufgrund der Planungen für die nächste Woche sollte sich diese positive Entwicklung weiter fortsetzen. Möglich wird dies zum einen durch die Ausweitung der Impfkapazitäten sowie zum anderen durch eine Sonderzuteilung von Impfstoff durch den Bund.“

Die Immunisierung ist von kommender Woche an auch außerhalb der Kreisstadt möglich. Gestartet wird in Steinbach am Wald, ehe es im wöchentlichen Wechsel in Nordhalben und Neukenroth weitergeht. „Es zeigt sich nun, dass es entgegen den zwischenzeitlichen Überlegungen des Ministeriums richtig war, an unseren Plänen für die drei Außenstellen festzuhalten. Dadurch können wir deutlich mehr Menschen impfen und einen verantwortungsbewussten Umgang mit den uns zur Verfügung gestellten Impfdosen gewährleisten“, freut sich Landrat Klaus Löffler über den Impf-Fortschritt.

Impf-Team ist hochmotiviert
„Ursprünglich war das Impfzentrum für 300 Impfungen pro Tag ausgelegt. Seit geraumer Zeit führen wir bereits bis zu 450 Impfungen täglich durch“, unterstreicht Ralf Schmidt, Leiter des Impfzentrums, die Leistungsbereitschaft des Teams. Mit Aufnahme des Betriebs der Außenstellen wird es nun möglich sein, bis zu 600 Impfungen täglich durchzuführen.

Aktuell sind noch rund 10 000 Personen für eine Impfung registriert. Angesichts der bevorstehenden 4500 Impfungen ruft Ralf Schmidt die impfwilligen Bürgerinnen und Bürger dazu auf, sich unabhängig von der Priorisierung für einen Impftermin zu registrieren: „Wir können zwar keine Garantie für einen zeitnahen Termin geben, aber das kann auch mal relativ schnell gehen. Und dann ist es einfach gut, wenn man registriert ist.“ Die Registrierung für einen Impftermin kann sowohl online als auch telefonisch unter 09261/678666 erfolgen.

Darüber hinaus wurden in den vergangenen Tagen die Weichen für ein umfassendes Angebot an Schnelltests gestellt. Dank einer Zusammenarbeit mit vielen Partnern ist es innerhalb kürzester Zeit gelungen, flächendeckend über den gesamten Landkreis ein Testangebot zu schaffen, das sich über mittlerweile 15 Standorte erstreckt. „Mit diesem Angebot steigern wir die Wahrscheinlichkeit, vermeintlich verborgene Infektionen zu erkennen und dadurch Infektionsketten schneller unterbrechen zu können“, betont Landrat Klaus Löffler.

Vorstoß für mehr Impfstoff

16:33
26.03.2021
Der Landkreis Kulmbach hat wegen seiner hohen Inzidenz schon mehr Impfstoff bekommen. Das reicht nicht, sagen Unionspolitiker und bitten um größere Liefermengen.

Kulmbach - Spitzenpolitiker der CSU im Landkreis Kulmbach, darunter Kreisvorsitzender und Bezirkstagspräsident Henry Schramm, stellvertretender Landrat Jörg Kunstmann und alle CSU-Bürgermeister haben in einem Schreiben an den bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek den dringenden Appell gerichtet, mehr Impfstoff in die von Corona derzeit besonders gebeutelte Kulmbacher Region zu schicken. Der Landkreis Kulmbach sei von den aktuellen Inzidenzwerten bundesweit mit am stärksten betroffen, heißt es in dem Schreiben.

Die insgesamt 18 Unterzeichner informieren den Minister darüber, dass die Zahl der bei ihnen zu dem Thema eingehenden Anliegen und Sorgen der Bürger inzwischen riesig sei. Oft seien die Meinungen gespalten. „Worin allerdings zum großen Teil Konsens besteht, ist das gemeinsame Ziel eine möglichst schnelle Durchimpfung zu schaffen.

Gerade in den aktuellen Schwerpunktregionen im Grenzland zu Tschechien und den Nachbarlandkreisen, zu denen auch Kulmbach gehört, zähle jeder Tag, um Menschenleben und Existenzen zu retten. Etliche Sonderlieferungen mit Impfstoff seien auch in Kulmbach schon eingetroffen. Dafür danken die Verfasser des Briefs dem Gesundheitsminister. Doch gelöst sei das Problem damit nicht. „Leider scheint die Verabreichung der Impfdosen im derzeitigen Konstrukt aus Priorität, Impfzentrum und Verwaltungsakt, nicht in der erwarteten Schnelligkeit umsetzbar. Der von unserem Ministerpräsidenten vorgetragene Vorschlag, das Impfen ab April auch in den Hausarztpraxen zuzulassen gibt uns große Hoffnung, dass das Tempo erhöht werden kann.“

Das sei mehr als nötig, meinen die Kommunalpolitiker der CSU im Kreis Kulmbach: „Wir bewegen uns auf eine Inzidenz von 300 zu, und die Lage ist wahnsinnig angespannt. Die Auslastung der Corona-Klinikbetten im Kreis-Klinikum ist erreicht, an Schul- oder gar Geschäftsöffnungen ist gar nicht zu denken und auf der anderen Seite schwindet bei großen Teilen der Bevölkerung das Vertrauen in unsere Corona-Verordnungen und letztlich auch die Akzeptanz der Umsetzung.“

Viele Hausärzte stünden schon in den Startlöchern und könnten sofort in ihren Praxen mit dem Impfen beginnen. Doch dazu werde auch die entsprechende Menge an Impfstoff benötigt. Um den bitten die Kulmbacher Vertreter der Christsozialen Union ihren Gesundheitsminister. Sie wünschen sich mehr zusätzliche Lieferungen. „Nach sämtlichen Verlautbarungen scheint in erster Linie Impfschnelligkeit zu helfen, um in den stark betroffenen Regionen der Mutation etwas entgegen zu setzen.“

Im Impfzentrum in Kulmbach geht es weiter voran. Am Freitag ist in Kulmbach die 10 000. Person geimpft worden. Knapp 72 000 Einwohner hat der Landkreis. „Das bedeutet eine Impfquote bei den Erstimpfungen von mehr als 14 Prozent. Das ist höchst beachtlich und Beleg für die Leistungsfähigkeit und die gute Arbeit unseres Impfzentrums“, betont Landrat Klaus Peter Söllner.

Der Landrat sieht auch die Probleme, kommt aber zu einem positiven Fazit: „Bei aller Bürokratie, die mit dem Impfprozess nach den Vorgaben des Bundes verbunden ist und den Herausforderungen des EDV-Anmelde-Systems ist es in kurzer Zeit gelungen, die Gruppe der über 80-Jährigen mit einer Impfung zu versorgen“, erläutert Söllner. Unter Berücksichtigung der Bewohner der Senioren- und Pflegeheime waren das laut Landrat rund 5400 Menschen.

Möglich gemacht worden sei dies nicht zuletzt durch Impfstoff-Sonderzuteilungen, die dem Landkreis Kulmbach durch den Freistaat Bayern bereits zur Verfügung gestellt wurden. Deshalb dankt Söllner dem Staatsministerium für Gesundheit und der Regierung von Oberfranken. „Wir freuen uns sehr, dass unseren Bemühungen um mehr Impfstoff Rechnung getragen wurde.“

Allein bisher gingen mehr als 2500 Dosen zusätzlich in den Landkreis Kulmbach, eilt das Landratsamt mit. Und auch in den nächsten zwei Wochen sollen weitere Zusatzrationen das Kulmbacher Impfzentrum erreichen. „Um 3220 Impfdosen wird unsere Regelzuteilung aufgestockt werden“, erläutert der Verwaltungsleiter des Impfzentrums, Marcel Hocquel. Dabei müsse man aber berücksichtigen, dass ein Teil davon für Zweitimpfungen verwendet wird.

„Insgesamt können wir sehr zufrieden sein, dass wir in diesen Tagen zügig mit Impfstoff versorgt werden“, freut sich der Leiter des Krisenstabs Oliver Hempfling. Entscheidend sei aber auch, dass jeder Tropfen auch unmittelbar in den Oberarmen der Menschen landet. „Das werden wir auch weiterhin gewährleisten!“

„Natürlich würden wir uns freuen, wenn wir im Impfzentrum und für unsere Hausärzte noch mehr Impfstoff zur Verfügung hätten“, erklärt auch Landrat Klaus Peter Söllner abschließend.