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Stadt und Landkreis Hof: Testen - jeden und überall

15:34
02.03.2021
Stadt und Landkreis Hof wollen die hohen Infektionszahlen der Region drücken. Mit Schnelltests in allen 27 Gemeinden wollen sie die Infizierten entdecken, bevor sie weitere Menschen anstecken.

Hof - Wie kaum eine andere Region in Deutschland ist das Hofer Land von Covid-Infektionen betroffen. Zusammen mit Wunsiedel oder Weiden findet man es in den Inzidenz-Tabellen ganz oben. Zwar meint man mit der Nähe vom noch viel stärker betroffenen Tschechien eine der wesentlichen Ursachen gefunden zu haben, aber es hilft nichts: Die Kommunen müssen die Infizierten vor Ort finden. Dazu starten Stadt und Landkreis Hof eine Schnelltest-Kampagne, die am Mittwoch beginnt. In allen 27 Gemeinden und Städten kann man sich testen lassen.

Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Landrat Oliver Bär betonten es in der Pressekonferenz im Hofer Rathaus ein ums andere Mal: Die Zahlen müssen runter. Um der Gesundheit aller Willen, aber auch, weil „Tests Türen öffnen“ (Döhla) – die zu anderen Menschen und die von Läden und Cafés. Deswegen wollen sie ein dichtes Testnetz über die Region legen, das zuverlässig Infizierte aufspürt. Bär sprach von Erfolgen bei den vier Teststationen in Naila, Münchberg, Oberkotzau und Rehau. Auch wenn die Zahlen der Positivfälle dort unter Hunderten Getesteten an manchen Tagen gerade mal eine Handvoll ausmache – genau auf diese diese wenigen komme es an – „weil wir verhindern wollen, dass aus dem einen Fall 15 werden“. Auch die mutierten Varianten des Virus müsse man in Schach halten. Bär beziffert den Anteil de Mutanten auf einen Anteil von 42,4 Prozent. Daher gehe man jetzt in die Fläche.

Jeweils am Mittwoch und am Sonntag (in Berg und Issigau nur am Sonntag) kann jeder, der dazu bereit ist, einen kostenlosen Schnelltest machen. An der Teststelle der Freiheitshalle in Hof werden zusätzlich zu den PCR-Tests ebenfalls Schnelltests angeboten, Montag bis Sonntag jeweils 14 bis 14.30 Uhr. Mitbringen muss man nur den Personalausweis, die Krankenkarte ist nicht notwendig. Testen könne sich jeder überall lassen, der Hofer in Naila und der Oberkotzauer in Hof. Binnen 15 Minuten soll ein Ergebnis vorliegen; wer negativ ist, bekommt das schriftlich, ein Infizierter wird noch am selben Tag dem Gesundheitsamt gemeldet. Bär empfiehlt jedem, der berufliche oder private Kontakte habe, sich wöchentlich einmal, besser zwei Mal testen zu lassen. Eva Döhla betont, dass voraussichtlich nur eine überschaubare Zahl positiv getestet werden wird. „Aber negative Tests bringen jedem Einzelnen Sicherheit, bevor er andere trifft.“ Zunächst vier Wochen lang laufen die Tests, dann werde man sehen, was die Zahlen sagen.

Bär und Döhla gehen davon aus, dass die Zahlen wegen der deutlichen Steigerung der Tests auch die Inzidenz steigen lassen werden; deswegen Tests zu scheuen, sei aber ein Denkfehler. Unentdeckte Fälle würden sich verbreiten und der Dunkelziffer zufallen, bis die schweren Erkrankungen ans Tageslicht träten und die Kliniken beschäftigen. „Wer glaubt, wer aufhört zu testen, hat auch kein Problem mehr, der irrt“, machte die Hofer Oberbürgermeisterin klar.

Möglich wird diese große Testlandschaft Bär zufolge mit dem Einsatz des Roten Kreuzes, den Feuerwehren, der DLRG, der Wasserwacht und weiteren ehrenamtlichen Helfern, die mit geschultem Personal die Stationen besetzen.

Bayern: Wirtschaft drängt auf Öffnungen

15:54
02.03.2021

München (dpa/lby) - Vor den Bund-Länder-Beratungen zur Corona-Strategie am Mittwoch dringen in Bayern Wirtschaft und Wirtschaftsminister auf Öffnungen.

"Viele Betriebe in geschlossenen Branchen sind mittlerweile an einem kritischen Punkt und halten wirtschaftlich nicht mehr lange durch", warnte Hubert Aiwanger (Freie Wähler) am Dienstag. Deswegen müsse umgesteuert werden. Unter Einhaltung von Hygieneregeln, mit "FFP2-Masken und gegebenenfalls Schnelltests kann ein Hochfahren der Wirtschaft stattfinden".


Der Präsident des Bayerischen Industrie- und Handelskammertags (BIHK), Eberhard Sasse, betonte: "Für zahlreiche Betriebe, die seit Monaten geschlossen sind, ist eine baldige Öffnung die letzte Chance, um ihr Geschäft und ihre Arbeitsplätze zu retten." Für Einzelhandel und Außengastronomie sollten ab Mitte März Öffnungen in Betracht gezogen werden. Auch der BIHK plädierte in diesem Zusammenhang für flächendeckende Tests und forderte schnellere Impfungen.

Der Bayerische Handwerkstag forderte Öffnungen für das Handwerk "auf breiter Front", um neue Aufträge zu generieren und mit Kunden Material aussuchen zu können. Mit Tests und Terminabsprachen sei dies möglich. "Wichtig für ein wirtschaftliches Arbeiten ist, dass den Kunden wieder alle Produkte und Dienstleistungen angeboten werden können", sagte Handwerkspräsident Franz Xaver Peteranderl. "Nur mit dem Werkstattgeschäft kann beispielsweise ein Kfz-Betrieb den Einbruch bei den Neuzulassungen nicht auffangen."

Der Landesgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga, Thomas Geppert, forderte eine Öffnung der Außengastronomie, "um sichere Begegnungsstätten zu schaffen". Zudem müssten touristische Übernachtungen "spätestens zu Ostern" ermöglicht werden. "Sonst werden auch hier die Menschen ins Ausland gedrängt", wo das Infektionsgeschehen "teilweise deutlich höher" sei, sagte er.