Beim Thema Schnelltest in Betrieben sind der Stadt die Hände gebunden. Derweil könnte sich durch eine Zusammenarbeit mit Sonneberg eine Tür auftun.Neustadt - Was kann die Stadt Neustadt für mehr Corona-Schnelltests tun? Nicht allzu viel, wie Oberbürgermeister Frank Rebhan bei der Stadtratssitzung am Montag einräumte. Immerhin liefen Gespräche mit dem Nachbarn Sonneberg über ein gemeinsames Vorgehen.
Das Thema kam wegen eines Antrags des CSU-Stadtrats und Unternehmers Matthias Dietz auf die Tagesordnung. Es geht darum, ob und wie die Stadt dazu beitragen könnte, Corona-Schnelltest für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Neustadter Unternehmen anzubieten.
Der Oberbürgermeister verwies zunächst darauf, dass die Stadt nicht zuständig sei. „Alles, was mit Corona zu tun hat, liegt beim Landratsamt“, sagte Rebhan. Somit könne die Stadt auch nicht Verträge mit Anbietern von Schnelltests abschließen, um so lokale Betriebe zu versorgen. Das Landratsamt kümmere sich bislang nur darum, dass an Schulen und Kindertagesstätten Schnelltests angeboten werden. Grundsätzlich müssten auch erst genügend Tests zur Verfügung stehen.
Rebhan betonte: „Die Stadt ist an umfangreichen Testmöglichkeiten interessiert.“ Dafür brauche es aber auch Menschen, die die Tests vornehmen. Das Rote Kreuz in Neustadt könne helfen. Allerdings reichten die Kapazitäten der Bereitschaft nicht, um beispielsweise alle Unternehmen abzudecken. Auch wenn die Stadt letztlich keinen Alleingang ohne das Landratsamt machen könne, gebe es doch Gespräche mit dem thüringischen Nachbarkreis Sonneberg. Das Thema: eine gemeinsame Teststrecke der beiden Kommunen. Schließlich gebe es viele Berufspendler zwischen den beiden Städten. Konkreteres dazu könne Rebhan aber noch nicht sagen. Corona-Schnelltests allein unter städtischer Regie werde es jedenfalls erst einmal nicht geben.
In Etappen auch zu Fuß zum Ziel kommen – diese Möglichkeit haben ältere Menschen nach den Worten des Oberbürgermeisters jetzt in Neustadt. Auf dem Weg zu zentralen Orten, zum Arzt, zur Kirche oder zum Friedhof gelte inzwischen „alle 100 Meter eine Bank“. Dank der Initiative der 3. Bürgermeisterin Elke Protzmann, Freie Wähler, sei es gelungen, älteren und gehbehinderten Menschen, innerhalb von drei Jahren die Gelegenheit zu schaffen, aus verschiedenen Richtungen aus eigener Kraft in die Innenstadt zu gelangen. Bei Bedarf sei ja nach einer relativ kurzen Strecke eine Pause möglich.
„Insgesamt wurden 62 Bänke im Wert von 18 600 Euro aufgestellt“, bilanzierte Rebhan. Wie Elke Protzmann erklärte, sind alle Ruhebänke aus Spendenmitteln finanziert worden. Zusätzlich konnten zehn Papierkörbe angeschafft werden. Mit einem Schmunzeln merkte ein mit der Aktion sichtlich zufriedener Oberbürgermeister an: „Es dürfen sich natürlich auch Jüngere auf die Bänke setzen.“
Der Großparkplatz an Austraße und Marie-Curie-Straße werde schon länger nicht mehr gewerblich genutzt, so Stadtplanerin Christine Schirmer. Stellplätze für Autos würden nur noch in geringem Umfang gebraucht. Der Stadtrat stellte die Weichen für eine Bebauung der Fläche. Das Areal mit rund 20 000 Quadratmetern ist jetzt als Gewerbegebiet ausgewiesen.